Wozu sind Sie da, Hildegard Daners?

Hildegard Daners (70) leitet seit 28 Jahren gemeinsam mit ihrem Mann ehrenamtlich die „Eine-Welt-­Gruppe“ in St. Antonius Möhnesee-­Günne, wo sie seit 48 Jahren leben.

Hildegard Daners (70) leitet seit 28 Jahren gemeinsam mit ihrem Mann ehrenamtlich die „Eine-Welt-­Gruppe“ in St. Antonius Möhnesee-­Günne, wo sie seit 48 Jahren leben.
Hildegard Daners (70) leitet seit 28 Jahren gemeinsam mit ihrem Mann ehrenamtlich die „Eine-Welt-­Gruppe“ in St. Antonius Möhnesee-­Günne, wo sie seit 48 Jahren leben.
veröffentlicht am 05.12.2023
Lesezeit: ungefähr 4 Minuten

Ehrenamtliche Arbeit gibt mir sehr viel. Ich mache meine Aufgabe mit Freude, mit Liebe und mit vielen Menschen zusammen. Seit 28 Jahren leite ich gemeinsam mit meinem Mann die „Eine-Welt-­Gruppe“ in Möhnesee-­Günne. Wir verkaufen Selbstgebasteltes und fair hergestellte Lebensmittel, um mit dem Erlös Projekte in Kenia am Turkanasee und in der Missionsstation Ave Maria im Südsudan zu unterstützen.

Angefangen hat alles mit einer Firmgruppe, die mein Mann und ich geleitet haben. Die Jugendlichen wollten etwas für die Dritte Welt tun. Durch unseren örtlichen Pfarrer entstand dann der Kontakt zu Pater Avelino, einem Deutsch-­Spanier, der damals in Kenia lebte. Seitdem unterstützen wir ihn und seine Projekte. Was uns besonders wichtig ist: Hilfe zur Selbsthilfe. Wir pflegen regelmäßigen Kontakt mit Pater Avelino. Mein Mann und meine Tochter waren bereits vor Ort, um sich anzuschauen, was alles bewirkt wurde. Die Fortschritte und die Entwicklung machen stolz und motivieren zum Weitermachen. Vor fünf Jahren wurde Pater Avelino in den Südsudan versetzt, auch dort helfen wir nun. Unsere Gruppe entscheidet immer nach Notwendigkeit: Wo ist es gerade am dringendsten?

Hildegard Daners: „Alle kommen gerne und fühlen sich gut.“

Ehrenamtlich aktiv war ich schon immer. Angefangen habe ich als Gruppenleiterin für Messdiener und leite seitdem immer wieder Gruppen. Auch unsere Arbeit für das Projekt machen wir alle ehrenamtlich. Wir sind ein Team aus 30 Leuten. Einige basteln, andere bereiten die Gottesdienste vor, ich organisiere und koordiniere alles. Man sagt mir nach, dass ich der Kopf der Gruppe bin. Manchmal wird es stressig, wenn jemand kurzfristig ausfällt oder die Materialien nicht rechtzeitig ankommen. Dann muss ich spontan schauen, wer am Verkaufsstand helfen kann. Wir basteln viel mit Naturmaterialien. Mein Mann sägt einiges aus Holz, wir Frauen gestalten mit Papier und vielen anderen Materialien. Zudem machen wir Näh- und Strickarbeiten. Wir haben zurzeit ein großes Angebot von Adventskränzen über Baumscheiben mit eingesetzten bunten Steinen bis hin zu Holzdeko.

Durch unsere Arbeit im Projekt ist ein Netzwerk entstanden. Einmal hat mir eine Studentengruppe aus Regensburg geschrieben, die Kontakt zu Pater Avelino wünschten, um in der Missionsstation Spirulina-­Algen, die einen sehr hohen Nährstoffgehalt haben, anbauen zu können. Jetzt wachsen dort tatsächlich Spirulina. Zudem haben wir einige Stammkunden, die uns immer wieder fragen, wann und wo sie wieder bei uns kaufen können. Von außerhalb bekommen wir insgesamt viel Unterstützung.

Die Begegnungen mit den Menschen, die tollen Gespräche über das Projekt, die Begeisterung und die Gemeinschaft innerhalb der Gruppe sowie die Freude an den Erfolgen – das macht für mich diese Aufgabe hier aus. Alle kommen gerne und fühlen sich gut. Das ist Herzblut.

Hildegard Daners (70)

Zur Person

Hildegard Daners (70) leitet seit 28 Jahren gemeinsam mit ihrem Mann ehrenamtlich die „Eine-Welt-­Gruppe“ in St. Antonius Möhnesee-­Günne, wo sie seit 48 Jahren leben. In ihrer Freizeit gärtnert sie in ihrem großen Gemüsegarten. Zudem hat sie zwei Kinder sowie fünf Enkelkinder.

Aufgezeichnet von Helena Mälck,
Fotografiert von Claudia Auffenberg

Unsere Reihe Menschen im Erzbistum

Wozu bist du da, Kirche von Paderborn? Diese Frage stellte der emeritierte Paderborner Erzbischof Hans-Josef Becker dem Zukunftsbild voran, auf dessen Basis das Erzbistum entwickelt wird. Wozu bist du da? Diese Frage kann sich auch jeder Einzelne stellen. Denn die Grundannahme des Zukunftsbildes ist eine biblische, dass nämlich jeder Mensch berufen ist, dass jede und jeder das eigene Leben als von Gott angenommen betrachten darf, dass es einen Sinn dieses Lebens gibt. Die Aufgabe des Menschen besteht darin, die Frage für sich zu beantworten.

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