Soziale Kaufhäuser vor dem Aus?

Die Caritas befürchtet die Schließung sozialer Betriebe in NRW und ­appelliert eindringlich an die Abgeordneten des Deutschen Bundestages.

Soziale Kaufhäuser haben ein breites Angebot, angefangen von Nahrungsmitteln bis hin zu Kleidung und Kinderspielsachen.
Soziale Kaufhäuser haben ein breites Angebot, angefangen von Nahrungsmitteln bis hin zu Kleidung und Kinderspielsachen.
veröffentlicht am 30.11.2023
Lesezeit: ungefähr 2 Minuten

Die Caritas in NRW befürchtet die Schließung sozialer Betriebe in Nordrhein-Westfalen und ­appelliert daher eindringlich an die Abgeordneten des Deutschen Bundestages, zukünftig dafür Sorge zu tragen, dass die Förderung sozialer Betriebe auf eine verlässliche Basis gestellt wird.

Düsseldorf (cpd). Die Caritas befürchtet, dass die unklare finanzielle Mittelausstattung für die Eingliederung in Arbeit und die vom Finanzministerium angekündigte Ausgabensperre den Betrieb von sozialen Kaufhäusern, Kleiderkammern und Radstationen gefährden würden. Gerade dort fänden langzeitarbeitslose Menschen eine Perspektive – und Kunden mit wenig Geld günstige Angebote.

In einer Pressemitteilung der Caritas ist zu lesen: „Es ist Ende November und die sozialen Betriebe wissen nicht, ob und wie es in wenigen Wochen ­weitergeht. Schon jetzt ist klar: Erste soziale Kaufhäuser werden deshalb im neuen Jahr schließen müssen. Das hat höchst negative ­Konsequenzen für die ­langzeitarbeitslosen Menschen und ihre Familien und verursacht eine immer weiter ­auseinanderdriftende Gesellschaft“, so Ralf ­Nolte, Diözesan-­Caritasdirektor im ­Erzbistum ­Paderborn.

Soziale Betriebe elementar für Menschen mit Handicap

In sozialen Betrieben lernen Menschen mit Handicaps, psychischer Erkrankung oder Suchtkranke, wieder beruflich Fuß zu fassen. Nicht nur für sie wären die Kürzungen verheerend. Mit der Schließung von sozialen Betrieben fielen auch kostengünstige Angebote von gebrauchter Kleidung, Büchern oder Möbeln weg.

Konkret heißt das: Sollte es zu Einschnitten bei der gemeinnützigen Beschäftigungs- und Qualifizierungsförderung kommen, stehen beispielsweise im Düsseldorfer Caritas-­Kaufhaus Wertvoll zum 1. Januar 2024 rund 90 der 204 Plätze für Arbeitsgelegenheiten auf der Kippe. „All jene Menschen, die praktisch nur in sozialen Betrieben eine Chance zur Teilhabe auf dem Arbeitsmarkt haben, drohen außen vor zu bleiben“, sagt René Trenz, Fachbereichsleiter für Gesundheit, Gefährdetenhilfe und Berufliche Integration im Caritasverband Düsseldorf.

Die Eingliederung in den Arbeitsmarkt für Menschen, die Bürgergeld beziehen, sei unverzichtbar für die gesamte Gesellschaft und für viele Jugendliche, Langzeitarbeitslose sowie Geflüchtete etwa aus der Ukrai­ne, so die Caritas. Die Caritas lud jetzt zum Fachtag „Soziale Betriebe stärken“. Das Ziel: Beratung über drohende Schließungen und Finanzierungslücken.

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