Eine Weihnachtsreise in den Krieg in der Ukraine

Vereine, Unternehmen, die Universität Paderborn und der ­Paderborner ­Pastoralverbund Nord-Ost-­West (NOW) haben es möglich gemacht, zwei ­Krankenhäuser in der Ukraine mit Strom und Wärme zu versorgen.

Freude über das Weihnachtsgeschenk aus Deutschland: Karsten Stasch und Anatolii Andreiew in der Ukraine. (Foto: privat)
Freude über das Weihnachtsgeschenk aus Deutschland: Karsten Stasch und Anatolii Andreiew in der Ukraine. (Foto: privat)
veröffentlicht am 14.01.2023
Lesezeit: ungefähr 3 Minuten

Vereine, Unternehmen, die Universität Paderborn und der ­Paderborner ­Pastoralverbund Nord-Ost­West (NOW) haben es möglich gemacht, zwei ­Krankenhäuser in der Ukraine mit Strom und Wärme zu versorgen.

Paderborn (flü). Weihnachtlich war den Männern und Frauen nicht zumute, als sie am Morgen des Heiligabend die letzten Sicherungsarbeiten an Lkw und Anhänger vornahmen – eher war eine ungewisse Spannung spürbar. Der Zug stand in einer großen Halle der Universität, Helfer und Freunde waren gekommen, um den Fahrern die besten Wünsche auf die lange Fahrt mitzugeben.

Mehr als 2.300 Kilometer lagen vor den beiden Fahrern Karsten Stasch und ­Anatolii ­Andreiew: eine Reise bis kurz vor die aktuelle Front zwischen den Ukrai­nern und den russischen Besatzern. Die Ladung war für zwei Kliniken bestimmt, das Universitätsklinikum ­Winnyzja und das nicht mindergroße Mechnikow-­Hospital in ­Dnipro. Beide Häuser versorgen Tausende verwundeter Zivilisten und Soldaten.

Der Transport aus Paderborn wurde dringlichst erwartet. Auch die Krankenhäuser in ­Winnyzja und ­Dnipro leiden unter den massiven Stromausfällen, die die russischen Truppen mit ihren gezielten Raketenangriffen verursachen. Auf dem Lkw aus dem Westen standen zwei massive Dieselgeneratoren mit 125 KVA und 50 KVA Leistung, zusätzlich ein mit Diesel befeuertes Heiz­aggregat, das ganze Fabrikhallen erwärmen kann.

Viele Unterstützer

Der 125-KVA-­Generator wurde von den Rotary Clubs in den Kreisen Paderborn und Höxter finanziert, das 50-KVA-­Gerät und das 50-KW-­Heizgerät stiftete die Firma Kleinschlömer in Paderborn. Der Transport wurde möglich, weil Lorenz Schäfer von der Firma SD-­Gartenbau aus Lichtenau seinen 7,5-Tonnen-­Lkw für den Transport in die Ukrai­ne zur Verfügung stellte. Ein zusätzlicher Anhänger für das 125-KVA-­Stromgerät wurde vom PV ­Paderborn NOW und dem ­Rotary Club Paderborn-­Kaiserpfalz durch Spendenmittel bereit­gestellt. Organisiert wurde das gesamte Unternehmen durch die ­private Ukraine-­Hilfe Paderborn, die noch kurz vor Weihnachten für ihren Einsatz von der Stadt ­Paderborn ausgezeichnet wurde.

Karsten Stasch und ­Anatolii ­Andreiew haben die Weihnachtstage in der Fahrerkabine ihres Lkw verbracht, unterwegs auf Straßen, auf denen von Weihnachten nicht viel zu sehen war. Die Freude der Menschen in den ukrai­nischen ­Kliniken über die Lieferung der so wichtigen Generatoren machte das mehr als wett. Die beiden Männer haben wahrscheinlich ein intensiveres Weihnachten erlebt, als das unterm Weihnachtsbaum und vor der Krippe möglich geworden wäre – und sie und alle Unterstützer haben es ermöglicht, dass es in der Weihnachtszeit den Menschen der Ukrai­ne wahrhaftig hell und warm wurde.

Verabschiedet von Unterstützern und Helfern startete der Lkw am Morgen des Heiligabend. (Foto: Flüter)
Verabschiedet von Unterstützern und Helfern startete der Lkw am Morgen des Heiligabend. (Foto: Flüter)

Spenden für Ukraine-­Hilfe:
Ukraine-­Hilfe St.-Bonifatius-­Kirchengemeinde Paderborn
Spendenkonto: DE65 4765 0130 0012 0506 39

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