Bildung für Tansania – Als Höhepunkt ein 100.000 Euro-Scheck

Zu Anfang war es eine einseitige Geber-Empfänger-Perspektive. Heute ist es eine partnerschaftliche Zusammenarbeit: die Missionsarbeit der Benediktiner. Der Freundeskreis „Bildung für Tansania“ der Abtei Königsmünster feierte sein Jubiläum mit tansanischen Gästen – und gab ein Versprechen.

Bildung für Tansania
Dr. Leonhard Göke (r.) überreichte Abt Christian Temu einen Scheck für die Schule tansanischen Hauptstadt Doloma. (Foto: Abtei Königsmünster)
veröffentlicht am 18.10.2022
Lesezeit: ungefähr 3 Minuten

Zu Anfang war es eine einseitige Geber-Empfänger-Perspektive. Heute ist es eine partnerschaftliche Zusammenarbeit: die Missionsarbeit der Benediktiner. Der Freundeskreis „Bildung für Tansania“ der Abtei Königsmünster feierte sein Jubiläum mit tansanischen Gästen – und gab ein Versprechen.

Meschede (pm/jon). Am Anfang stand ein englisches Wortspiel: „Retired, but not tired“, zu Deutsch: „Im Ruhestand, aber nicht müde.“ Das Wortspiel wurde zum geflügelten Wort, als sich vor zehn Jahren einige pensionierte Damen und Herren in der Benediktiner-Abtei Königsmünster mit dem damaligen Abt Dominicus Meier und Pater Christian Temu aus der Abtei Ndanda in Tansania trafen. Im aktiven Berufsleben waren sie im kirchlichen Bildungswesen tätig gewesen und wollten sich nun noch ehrenamtlich weiter engagieren. Und so wurde die Idee geboren, Bildungsprojekte in der Abtei Ndanda in Tansania zu unterstützen.

In der Missionsprokura der Abtei Königsmünster waren Strukturen vorhanden, die der neu gegründete Freundeskreis „Bildung für Tansania““nutzen konnte, denn hier wurden und werden schon lange in partnerschaftlicher Zusammenarbeit mit den Klöstern der Missionsbenediktiner weltweit Projekte im Bildungsbereich realisiert, die armen Kindern und Jugendlichen eine Perspektive eröffnen.

Eine Million Euro Spendengelder

Nach zehn Jahren sind eine Million Euro an Spendengeldern akquiriert worden, die komplett in Projekte in Tansania geflossen sind. So sind unter anderem eine Bücherei und Schlafsäle für die weiterführende Schule mit Internat geschaffen worden. Zudem sind eine Unterkunft für Mädchen am Berufsbildungszentrum, eine Küche, eine Speisesaal und eine Aula der Grundschule der Abtei Ndanda. All das sei in einer partnerschaftlichen Zusammenarbeit auf Augenhöhe geschehen, sagte Leonhard Göke, der Sprecher des Freundeskreises. Durchaus mit langen Diskussionen, bei denen es aber immer eine tragfähige Lösung gegeben habe.

Gefeiert wurde das Jubiläum in der Abtei Königsmünster, um den Spenderinnen und Spendern für ihre Unterstützung Dank zu sagen. Pater Christian Temu, seit einem Jahr Abt seiner Gemeinschaft, und Pater Sylvanus Kessy, der lange Pfarrer in Ndanda war und nun eine neue Stelle angetreten hat, waren dazu eigens aus Tansania angereist. Abt Christian betonte im Dankgottesdienst, dass alle Menschen dazu berufen seien, Missionarinnen und Missionare zu sein und die Botschaft der Liebe Gottes in Wort und Tat zu verkünden.

Von einer Geber-Empfänger-Perspektive zu einer dialogischen Zusammenarbeit

Beim anschließenden Festempfang in der Aula des Gymnasiums der Benediktiner hielt Bruder Ansgar Stüfe aus der Abtei Münsterschwarzach den Hauptvortrag. Der studierte Arzt, der 15 Jahre in Tansania an einem großen Krankenhaus gearbeitet hat und weitere 15 Jahre in der Zentrale der Missionsbenediktiner in St. Ottilien für die Koordinierung aller Projekte zuständig war, skizzierte in seinen Ausführungen den Wandel, der sich in der benediktinischen Missionsarbeit vollzogen habe. Von einer reinen Geber-Empfänger-Perspektive hin zu einer dialogischen Zusammenarbeit. Wichtig sei es, dass die Menschen in Tansania nicht das Gefühl hätten, von oben etwas aufoktroyiert zu bekommen, mit dem sie nichts anfangen können, sondern dass sie wirklich hinter dem Projekt stehen und partnerschaftlich an der Durchführung und Erhaltung beteiligt sind.

Höhepunkt der Feier war die Überreichung eines Schecks über stolze 100.000 Euro. Dieses Geld kommt dem jüngsten Projekt der Abtei Ndanda, einer Schule für Jungen in Dodoma, der nominellen Hauptstadt von Tansania zugute. Bisher befindet sich der Regierungssitz noch in Daressalam, Dodoma soll aber in den kommenden Jahren gemäß seinem Titel als Hauptstadt ausgebaut werden. Es gibt dort schon mehrere Schulen für Mädchen, aber noch wenige Bildungsangebote für Jungen. So war es der Wunsch der Verantwortlichen vor Ort, speziell eine weiterführende Schule für Jungen zu errichten. Dieses Projekt wird der Freundeskreis „Bildung für Tansania“ in den nächsten Jahren weiter unterstützen.

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