Grußwort der Kirchen zum jüdischen Neujahrsfest

Weihbischof Dr. Dominicus Meier OSB gratuliert Jüdinnen und Juden zum jüdischen Neujahrsfest Rosch HaSchana.

Weihbischof Dr. Dominicus Meier
"Als Christen dürfen wir die jüdischen Wurzeln des Christentums nicht vergessen", betont Weihbischof Dr. Dominicus Meier OSB und gratuliert Jüdinnen und Juden zum jüdischen Neujahrsfest Rosch HaSchana. (Erzbistum Paderborn)
veröffentlicht am 24.09.2022
Lesezeit: ungefähr 3 Minuten

Die fünf katholischen (Erz-)Bistümer Paderborn, Köln, Aachen, Essen, Münster und die drei evangelischen Landeskirchen in Nordrhein-Westfalen haben auch in diesem Jahr ein gemeinsames Grußwort an die jüdischen Gemeinden zum jüdischen Neujahrsfest Rosch HaSchana gesendet. Darin wünschen sie den jüdischen Gläubigen: „Schana tova umetukka, ein segensreiches neues Jahr 5783“.

Gemeinsam Zeichen des Friedens setzen

Die (Erz-)Bischöfe und Kirchenleitungen weisen in ihrem Grußwort auf die aktuelle Lage in der Ukraine hin. „Mit Beginn des Angriffs Russlands auf die Ukraine erfahren wir auf schreckliche Weise, wie zerbrechlich und kostbar zugleich Frieden in der Welt ist“. Gleichzeitig zeige sich eine große Hilfsbereitschaft: Zahlreiche Menschen, auch viele jüdische Gemeinden, Institutionen und Einzelpersonen, engagieren sich bei Hilfsaktionen und helfen ukrainischen Geflüchteten.

Die Unterzeichner betonen: „Wir teilen mit dem Judentum die Hoffnung, dass ‚Schwerter zu Pflugscharen‘ umgeschmiedet werden (Jesaja 2,4). Uns allen gilt Gottes Auftrag, Liebe zu üben in einer oftmals lieblosen Welt. So lassen Sie uns im Angesicht des Krieges gemeinsam Zeichen des Friedens setzen, Licht in die Dunkelheit bringen und uns der Schwächsten in unserer Gesellschaft annehmen: Schalom aleichem – Friede sei mit euch!“

Weihbischof Dr. Dominicus Meier: Gemeinsamer Gebetsschatz

„Als Christen dürfen wir die jüdischen Wurzeln des Christentums nicht vergessen“, betont Weihbischof Dr. Dominicus Meier OSB. „Als Christ und insbesondere als Benediktiner und damit als Ordenschrist sind mir die Psalmen des ‚Ersten Testaments‘ sehr nahe“, erläutert der Weihbischof in Paderborn. Täglich begegnen die Psalmen im Gebet und im Gottesdienst. „Mit unseren jüdischen Geschwistern im Glauben an den einen Gott lassen wir uns von diesem Gebetsschatz inspirieren.“ Er wünsche den jüdischen Gläubigen, die als Mitbürgerinnen und Mitbürger im Erzbistum Paderborn leben, „von Herzen ein gesegnetes, glückliches und gutes neues Jahr 5783. Gott steht zu dem Bund, den er mit jedem einzelnen geschlossen hat“, so Weihbischof Dr. Dominicus Meier OSB.

Das jüdische Neujahrsfest, das 2022 von Jüdinnen und Juden zwischen dem 25. und dem 27. September gefeiert wird, bildet den Auftakt für eine Reihe wichtiger Feste im Jüdischen Jahr, die in den darauffolgenden Tagen begangen werden. Mit Rosch HaSchana (wörtlich: Kopf des Jahres) beginnt nach jüdischer Zählung das Jahr 5783.

Unterzeichner

Das aktuelle Grußwort haben unterschrieben: Landessuperintendent Dietmar Arends (Lippische Landeskirche), Erzbischof Hans-Josef Becker (Erzbistum Paderborn), Bischof Dr. Helmut Dieser (Bistum Aachen), Bischof Dr. Felix Genn (Bistum Münster), Präses Dr. h.c. Annette Kurschus (Evangelische Kirche von Westfalen), Bischof Dr. Franz-Josef Overbeck (Bistum Essen), Präses Dr. Thorsten Latzel (Evangelische Kirche im Rheinland) und Erzbischof Rainer Maria Kardinal Woelki (Erzbistum Köln).

Weitere Berichte aus dem Erzbistum Paderborn finden Sie unter www.derdom.de

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