Der Würde auf der Spur – Ausstellung in Gütersloh

Was ist Würde? Dieser Frage ist der Tischler und Theologe Ralf Knoblauch als Bildhauer nach­gegangen. Entstanden sind Könige aus Holz, die mit ihrer Krone eine ganz eigene Würde ­ausstrahlen. Zu sehen sind sie auf Einladung des Dekanates in der Kirche St. Pankratius in Gütersloh.

Kleine Könige erinnern daran, dass alle Menschen mit einer Königswürde ausgestattet sind. (Fotos: Dekanat/Matthias Kehrein)
veröffentlicht am 01.09.2022
Lesezeit: ungefähr 3 Minuten

Was ist Würde? Dieser Frage ist der Tischler und Theologe Ralf Knoblauch als Bildhauer nach­gegangen. Entstanden sind Könige aus Holz, die mit ihrer Krone eine ganz eigene Würde ­ausstrahlen. Zu sehen sind sie auf Einladung des Dekanates in der Kirche St. Pankratius in Gütersloh.

Gütersloh. Der zentrale Wert, der es in das Grundgesetz und die allgemeine Erklärung der Menschenrechte geschafft hat, ist gar nicht so leicht in Worte zu fassen. Der Bonner Künstler und Dia­kon Ralf Knoblauch hat einen sehr anschaulichen Weg gefunden, zu zeigen, was Würde sein kann. Seine geschnitzten Holzfiguren stellen Königinnen und Könige dar, die betonen, dass alle Menschen mit einer besonderen Königswürde ausgestattet sind.

Tischler und Theologe

Ralf Knoblauch wirkt nach einer Tischlerausbildung, einem Theologiestudium und der Ausbildung zum Pastoralreferenten als hauptamtlicher Diakon in einer Bonner Kirchengemeinde. Durch Funk- und Fernsehbeiträge und einen großen Unterstützendenkreis haben es die Figuren und das damit verbundene Anliegen zu einer bemerkenswerten Bekanntheit gebracht und sind mit ihrer Mission deutschland- und weltweit unterwegs.

20 dieser Königinnen und Könige sind ab Sonntag, 4. September, in der St.-Pankratius-­Kirche in Gütersloh (Unter den Ulmen 14) zu sehen. „Diese wunderbaren kleinen Figuren strahlen stehend, sitzend, mit der Krone auf dem Kopf oder in der Hand eine ganz besondere, eigene Würde aus“, erklärt Dekanatsreferent Matthias Stumpe vom Dekanat Rietberg-­Wiedenbrück, das zu der Ausstellung einlädt.

Kleine Könige erinnern daran, dass alle Menschen mit einer Würde ausgestattet sind. (Fotos: Dekanat/Matthias Kehrein)

Aufrecht stehen

Zuvor waren die Skulpturen bei Gruppen und Einrichtungen zu Gast, die den Besuch zur Auseinander­setzung mit der Würde des Menschen genutzt haben: ein Krankenhaus, der Sozialdienst katholischer Frauen, eine Schule, eine Altenhilfe­einrichtung, eine Arbeitsloseneinrichtung, „Maria 2.0“, ein Beerdigungsinstitut, ein Kindergarten, die Abtei Varensell und viele andere mehr. „Sie machen sich tagtäglich um die Würde des Menschen verdient, ohne dabei häufig den Begriff Würde ins Wort zu heben“, erklärt Matthias Stumpe. „Sie alle gestalten und präsentieren die Königinnen und Könige aus ihrer je eigenen Perspektive. So nimmt z. B. das Umweltreferat des evangelischen Kirchenkreises die Gefährdung der Würde durch den Klimawandel und der Weltladen Gütersloh würdevolle Produktionsbedingungen in den Blick. Auch die kleine Bahá’í-­Gemeinde Güterslohs und ein Schützenkönigspaar beteiligen sich an der Aktion. So gelingt eine vielschichtige, lokale Sicht auf ein ebenso komplexes wie wichtiges Thema.“

Würde

Im Rahmen der Ausstellung hält die Theologin Agnes Wuckelt am Dienstag, 6. September, 19.30 Uhr, einen Vortrag zum Thema: „Aufrecht stehen und Gott loben. Von der Würde der Laien“. Ähnlich, wie sie es bereits im Essener Dom getan hat, wird sie den Wert und die Würde des Menschen anhand von Bibelstellen deuten und die Situation von Nicht-­Klerikern in der Kirche einordnen. Die frühere Professorin für Religionspädagogik an der Katholischen Hochschule Paderborn ist Mitglied im Zentralkomitee der deutschen Katholiken und stellvertretende Bundesvorsitzende der Katholischen Frauengemeinschaft Deutschlands (kfd).

Info

Die Ausstellung kann nach den Gottesdiensten sowie vor und nach dem Vortrag besucht werden. Sie ist geöffnet von von Montag, 5. September, bis Freitag, 9. September in der Zeit von 15 bis 17 Uhr. Am Tag des offenen Denkmals, 11. September, kann die Ausstellung von 14 bis 17 Uhr besucht werden. Besuche von Gruppen sind nach Absprache möglich. Das Programm findet sich auf der Internetseite des veranstaltenden Dekanates Rietberg-Wiedenbrück.

Weitere Berichte zur katholischen Kirche finden Sie in der aktuellen DOM-Ausgabe. Schauen Sie mal rein, es lohnt sich bestimmt.

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