Friedensorte im Erzbistum – Das Zelt Gottes

Friedensorte sind Leuchttürme für das gesellschaftliche Engagement einer Kirche, die tut, was sie predigt. Die Kirche Maria, Königin des Friedens als älteste Garnisonkirche Deutschlands ist ein solcher Ort.

Garnisonkirche Maria, Königin des Friedens in Augustdorf.
Friedensorte sind Leuchttürme für das gesellschaftliche Engagement einer Kirche, die tut, was sie predigt. Die Kirche Maria, Königin des Friedens als älteste Garnisonkirche Deutschlands ist ein solcher Ort.
veröffentlicht am 30.07.2022
Lesezeit: ungefähr 3 Minuten

Friedensorte sind Leuchttürme für das gesellschaftliche Engagement einer Kirche, die tut, was sie predigt. Die Kirche Maria, Königin des Friedens als älteste Garnisonkirche Deutschlands ist ein solcher Ort.

Am Ortsrand der etwas über 10.000 Einwohner zählenden Gemeinde Augustdorf und in unmittelbarer Nachbarschaft zur Generalfeldmarschall-Rommel-Kaserne liegt die Kirche Maria, Königin des Friedens. Errichtet wurde sie ab 1958 als Garnisonkirche nach Plänen von Aloys Sonntag. Durch die Weihe und Namensgebung durch Erzbischof Lorenz Jaeger im Jahr 1960 wurde der Kirche eine wichtige Aufgabe zugeschrieben. Sie soll ein Ort des Zeugnisses und des Friedens sein.

Die Architektur des Kirchbaues, der als älteste Standortkirche Deutschlands bekannt ist, greift die Form eines Zeltes auf und erinnert an ein Mannschaftszelt, wie es von Soldaten benutzt wird. Die längliche und rechteckige Kirche ist mit einem Satteldach gedeckt. Der Turm mit quadratischem Grundriss ist frei stehend. Er ist ebenso wie die Sakristei über einen Gang mit der Kirche verbunden. Die Konstruktion der Kirche mit sichtbaren Betonbalken erinnert nicht nur an die Form der Militärzelte, sie lässt auch daran denken, dass Menschen häufig den Wohnort wechseln.

Aufbruch und Wanderschaft

Das Zweite Vatikanische Konzil hat wenige Jahre nach der Kirchweihe den Charakter der Kirche Christi als “wanderndes Volk Gottes” beschrieben. Denn nicht nur Jesus wanderte mit jenen, die ihm folgten, umher. Auch die Israeliten fanden in den 40 Jahren des Weges durch die Wüste nie einen festen Platz und führten die heiligen Geräte im Zelt mit sich. So ist auch das Leben heute glaubender Menschen von immer neuem Aufbruch und gemeinsamer Wanderschaft geprägt. Als Gotteshaus will die Kirche Stätte der Begegnung mit Gott sein, im Gebet des Einzelnen wie auch als Versammlungsort der Gläubigen im Gottesdienst. Sie ist zugleich ein Zeichen dafür, dass Gott sich an das Geschick der Menschen gebunden und versprochen hat, bei ihnen zu sein.

Die Konstruktion setzt sich im Inneren fort. Die Wände sind oben und seitlich verglast, sodass die Stützen und Balken frei stehend wirken. Der Altarraum ist leicht erhöht und einseitig eingezogen. Ein Balkenkreuz nimmt die Stirnwand der Kirche ein. Nach Entwürfen von Josef Jost entstanden 1960 die farbigen Betongläser. Die Innenausgestaltung unterscheidet sich in bemerkenswerten Details von denen anderer Kirchen. So gibt es im Altarraum drei Kerzenständer, die aus Patronenhülsen des Kampfpanzers Leopard angefertigt wurden. Damit wolle man aussagen, dass Christus, das lebendige Wort Gottes, wie ein Licht in dieser unheilvollen Welt erschienen ist, um die Menschheit aus Gewalt, Hass und Unfrieden zu befreien und zu erlösen.

Info

Maria, Königin des Friedens ist eine römisch-katholische Pfarrkirche in Augustdorf im Kreis Lippe. Kirche und Gemeinde gehören zum Pastoralverbund Detmold des Dekanates Bielefeld-Lippe.

Text und Fotos: Patrick Kleibold

Weitere Berichte zur katholischen Kirche im Erzbistum Paderborn finden Sie in der aktuellen DOM-Ausgabe. Schauen Sie mal rein, es lohnt sich bestimmt.

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