Pfarrkirche St.-Augustinus ist Geschichte

Lange war er aufgrund von Bauschäden angekündigt, nun wurde er vollzogen. Die ­Pfarrkirche von Neu-­Listernohl, die nach dem Bau der Biggetalsperre entstand, wurde abgerissen.

Drei Tage nach dem Beginn der Abrissarbeiten der St.-Augustinus-Kirche nähert sich der ­Abrissbagger dem Altarraum.
Drei Tage nach dem Beginn der Abrissarbeiten der St.-Augustinus-Kirche nähert sich der ­Abrissbagger dem Altarraum.
veröffentlicht am 13.06.2022
Lesezeit: ungefähr 3 Minuten

Lange war er aufgrund von Bauschäden angekündigt, nun wurde er vollzogen. Die Pfarrkirche St.-Augustinus von Neu-­Listernohl, die nach dem Bau der Biggetalsperre entstand, wurde abgerissen. Jetzt soll ein kleinerer Neubau entstehen, der Gottesdienstbesuchern 118 Sitzplätze bietet.

Attendorn/Neu-Listernohl (ml). Ein großes Loch klafft in der Pfarrkirche St.-Augustinus, hi­neingerissen von einem Abbruch-­Bagger. Lange war der Abriss des katholischen Gottes­hauses im Attendorner Ortsteil Neu-­Listernohl angekündigt worden (Der Dom berichtete). Jetzt ist er Realität. Erhalten bleibt aber der Glockenturm, der eine äußerliche Anpassung an die noch zu bauende Kirche erfährt.

Die Gründe für den Abriss der Pfarrkirche liegen vor allem darin, dass die Kirche einen Sanierungsstau und hohe Energiekosten aufwies und das Haus für die jetzige Gemeinde wesentlich zu groß war. Aber im früheren Golddorf gibt es mit einem kleineren Neubau auch eine Perspektive. Seit dem 29. März werden die Gottesdienste in der evangelischen Friedenskirche in Petersburg gefeiert. Die Pfarrnachrichten sind in der Friedenskirche und im Café Selter zu bekommen.

Nach der Profanierung am 26. März durch Weihbischof Josef Holtkotte begann die Demontage und der Abtransport der Einrichtungsgegenstände durch die Paderborner Fachwerkstatt ars colendi. Einen Teil der Kirchenbänke holte eine polnische Gemeinde ab. Die verbliebenen Bänke werden für die neue Kirche angepasst und aufbereitet. Nach der Erstellung einer Baustraße und dem Entfernen der Baumstümpfe auf dem Kirchengelände gab es einige Tage Pause – wegen eines Defekts am Bagger.

Krypta der Pfarrkirche zugeschüttet

Für die Abbrucharbeiten beauftragte man die Firma Polygonvatro Abbruch-Service aus Gelsenkirchen. Beim Rückbau waren im Vorfeld einige Komponenten separat zu entsorgen. So galt es zum Beispiel Eternitschiefer und künstliche Mineralfaser als Sondermüll zu deklarieren. Verursachte die Entsorgung dort entsprechende Kosten, so brachte das Kupferdach noch eine gewisse Summe ein. Reinhard Hachen aus Finnentrop-­Müllen holte sich mit Genehmigung einiges an farbigem Kirchenglas. Da­raus wird er unter anderem ein Tiffany-­Fensterbild erstellen.

Bauingenieur Sebastian Kaufmann vom beauftragten Architekturbüro Eickelmann aus Altenhundem sagte dem Dom, dass ein Biologe anhand von Kotspuren bereits vor einiger Zeit feststellte, dass Fledermäuse in den Zwischenräumen und in den Löchern der Außenhülle der Kirche lebten. Deshalb wurde für die Fledermäuse ein Ausweichquartier geschaffen, indem Nistkästen am Pfarrhaus aufgehängt wurden.

Der Bauschutt des Kirchenschiffes wurde mittels eines Steinbrechers zu Füllmaterial an Ort und Stelle zerschreddert. Für die Finanzierung des angestrebten Kirchneubaus wird die Kirchengemeinde St. Augustinus Neu-­Listernohl das Pfarrhaus und drei angrenzende Baugrundstücke veräußern. Über den Verkauf wurde die Öffentlichkeit bereits mit einer Zeitungsanzeige, durch Informationen im Pfarrbrief und auf der Internetseite des Pastoralverbundes Attendorn informiert. Angebote können bis zum 25. Juni schriftlich bei der katholischen Kirchengemeinde St. Augustinus, Pfarrweg 1, in Neu-­Listernohl eingereicht werden.

Erster Tag der Abrissarbeiten der St.-Augustinus-Kirche: Der Bagger nagt an der Neu-­Listernohler St.-Augustinus-­Kirche. (Fotos: Lüttecke)
Erster Tag der Abrissarbeiten der St.-Augustinus-Kirche: Der Bagger nagt an der Neu-­Listernohler St.-Augustinus-­Kirche. (Fotos: Lüttecke)

Info

Die in Neu-­Listernohl nach dem Abriss neu entstehende Kirche hat eine Innenfläche von 212 Quadratmetern. 118 Sitzplätze sind geplant. Außerdem sind zwei Gruppenräume vorgesehen, 38 und 48 Quadratmeter groß. Die Gruppenräume können durch mobile Trennwände dem Kirchenraum angeschlossen werden. Außerdem sind vorgesehen: Küche, Büro, Lager, Technikraum sowie eine WC-­Anlage mit Behindertentoilette.

Weitere Berichte zur katholischen Kirche im Erzbistum Paderborn finden Sie in der aktuellen DOM-Ausgabe. Schauen Sie mal rein, es lohnt sich bestimmt.

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