Von Klöstern und Kriegen – Die Geschichte von Drolshagen

Vor 950 Jahren wurde die Ortschaft Drolshagen mit ihrer Kirche St. Clemens ­erstmals urkundlich erwähnt. Aus diesem Anlass ist ein Buch mit interessanten Episoden erschienen, die Schlaglichter auf die Geschichte von Drolshagen werfen.

Stellten das Buch zur Geschichte Drolshagens anlässlich der Erst­erwähnung der Kirche vor 950 Jahren vor (von links): Drolshagens Bürgermeister Uli Berghof, Kirchenrendant Martin Lütticke, Pfarrer Johannes Hammer und Autor Dr. Peter Vitt. (Foto: Kirchengemeinde)
Stellten das Buch zur Geschichte Drolshagens anlässlich der Erst­erwähnung der Kirche vor 950 Jahren vor (von links): Drolshagens Bürgermeister Uli Berghof, Kirchenrendant Martin Lütticke, Pfarrer Johannes Hammer und Autor Dr. Peter Vitt. (Foto: Kirchengemeinde)
veröffentlicht am 23.04.2022
Lesezeit: ungefähr 4 Minuten

Vor 950 Jahren wurde die Ortschaft Drolshagen mit ihrer Kirche St. Clemens ­erstmals urkundlich erwähnt. Aus diesem Anlass ist ein Buch mit interessanten Episoden erschienen, die Schlaglichter auf die Geschichte von Drolshagen werfen. 

Drolshagen. Anlässlich der Ersterwähnung der St.-Clemens-­Kirche und der Ortschaft Drolshagen im Jahr 1072 ist auf Initiative der Pfarrgemeinde und des Bürgermeisters von Drolshagen ein Buch mit dem Titel “950 Jahre Kirche und Ort Drolshagen – Geschichtsepisoden” herausgegeben worden. Wie der Name des Buchtitels sagt, soll hier keine durchgängige Geschichte von Drolshagen oder ein bestimmter Themenbereich abgedeckt werden, sondern einzelne, jedoch bedeutende Episoden aus unterschiedlichen Epochen sollen schlaglichtartig beleuchtet werden.

Wunderliche Geschehnisse in Drolshagen

Erzbischof Anno II. war 1072 der Stifter der Drolshagener Kirche. Mit der Beschreibung seines Lebens und der Kirchenstiftung beginnt das Buch. Das Siegburger Mirakelbuch zeigt “wunderliche Geschehnisse” an Drolshagern aus der Zeit der ­Kirchengründung durch den heiligen Anno auf. Niedergeschrieben wurden diese im 12. Jahrhundert. 

Der Bericht über das Schützenwesen in Drolshagen vermittelt, dass mit der Stadtgründung im Jahr 1477 bereits eine Schützengilde bestand. Diese schützte die Mauern der Stadt vor Angreifern. Außerdem wird die Mär widerlegt, dass bei einem Vogelschießen ein Mord geschah und deshalb die Schützenbruderschaft aufgelöst wurde. Damit die alten Flurnamen nicht in Vergessenheit geraten, sind sie für alle Gemarkungen aufgeführt und die entsprechenden Karten des Urkatasters von 1830 abgebildet. An dem alten Muttergottes-Bild im Haupteingang der ­St.-Clemens-­Kirche gehen die Besucher oftmals achtlos vorbei, hier ist dessen Geschichte erzählt.

Baugeschichte des Zisterzienserinnen-­Klosters

Einen breiten Rahmen nimmt die Baugeschichte des Zisterzienserinnen-­Klosters ein. Es wird dargestellt, dass das, was heute “Altes Kloster” genannt wird, nur ein Teil des Ostflügels einer geschlossenen Klosteranlage war. Die klostereigene Kirche im Westflügel bestand nur etwa 50 Jahre. Ausführlich sind auch die 14 Jahre beschrieben, als im Zuge der napoleonischen Kriege Drolshagen dem Herzogtum Hessen-­Darmstadt zugeschlagen wurde, bis es auf dem Wiener Kongress 1816 zu der Provinz Westfalen im Königreich Preußen kam. Mit der hiesigen Kirchengeschichte sind auch die beiden Drolshagener Mönche verbunden, die Äbte in der Abtei Marienstatt wurden. 

Der Stadtbrand von 1838 war ein Ereignis, welches einschneidend für Drolshagen war und das Gesicht der Stadt grundlegend veränderte. Aus einem mittelalterlichen Stadtbild wurde nach wenigen Jahren Wiederaufbauzeit eine mit rechtwinklig angelegten Straßen „moderne“ Stadt. Angelegt wurde sie nach preußischen Idealvorstellungen mit Marktplatz, festgelegten Bürgersteigen und Straßenbreiten und weiteren prägenden Bauvorschriften. Diese Stadtgestalt ist bis heute geblieben. “Es ist zu hoffen und zu wünschen, dass die Drolshagener Bürger dafür eintreten, dass diese Situation auch in die Zukunft hinübergetragen wird”, sagt Autor Peter Vitt.

Drolshagener Stadtchronik erstmals komplett veröffentlicht

Der umfangreichste Artikel des Buches besteht aus der wortgetreuen Transkribierung der Drolshagener Stadtchronik. Diese ist Buch erstmals komplett veröffentlicht. Im Jahr 1824 durch Bürgermeister Carl Stachelscheid begonnen, beschreiben er und seine Nachfolger die Zeit seit der Ersterwähnung bis zum Anfang des 20. Jahrhunderts. Hiermit wird eine wertvolle Quelle erschlossen, die sich sowohl mit der kirchlichen wie der weltlichen Geschichte befasst. Zudem wird ausführlich das regionale Klima beschrieben, das für die agrarisch geprägte Region von elementarer Bedeutung war.

Die beiden Artikel mit den Angaben zu den letzten 50 Jahren weltlicher und kirchlicher Geschehnisse bilden den Abschluss der Geschichtsepisoden. Zwischen einzelnen Kapiteln finden sich kurze Artikel zur Auflockerung oder zur Besinnung. Geschrieben sind sie teilweise in Gedichtform von vor 100 Jahren. Alles zusammengenommen soll das Buch zur Geschichte Drolshagens ein Lesebuch, nicht nur für Drolshagener Bürger, sondern für den geschichtsinte­ressierten Heimatfreund der Region und für Drolshagener, die zwar in der Ferne wohnen, aber immer noch mit ihrer Heimat verbunden sind, sein.

Info

Das Buch mit 737 Seiten kann zum Preis von 24,90 Euro in Drolshagen erworben werden. Angeboten wird es bei der Buchhandlung Am Markt, bei der Volksbank und der Sparkasse Drolshagen sowie bei den  Kirchen- und Kapellenvorständen des Kirchspieles. 

Weitere aktuelle Berichte über die katholische Kirche im Erzbistum Paderborn finden Sie in der aktuellen DOM-Ausgabe.

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