Wir widersagen! – Claudia Auffenberg zum Osterfest

“Wir leben in Zeiten, in denen das Böse Konjunktur hat. Da braucht es Menschen, die dem Bösen widersagen”, schreibt Claudia Auffenberg.

Wir widersagen! – Wer das Gute will, muss sich vom Bösen abwenden.
Wir widersagen! – Wer das Gute will, muss sich vom Bösen abwenden.
veröffentlicht am 16.04.2022
Lesezeit: ungefähr 2 Minuten

Inzwischen sollte es sich herumgesprochen haben, sodass hoffentlich nach dem nächsten Satz niemand in Ohnmacht fällt: Die Schöpfungsgeschichten der Bibel erzählen keine historische Wirklichkeit. Sie sind keine naturwissenschaftlichen Berichte über die Entstehung unseres Planeten und doch sind sie sehr wahr. Denn sie erzählen Entscheidendes über uns Menschen: 1) Warum sehnt sich der Mensch nach Frieden? 2) Warum scheitert er immer wieder dabei?

Zu 1): Weil der Mensch Teil der Schöpfung, der guten Schöpfung Gottes ist. Das Gute ist in ihm angelegt. Zu 2): Weil er sich hat verführen lassen vom Bösen, weil er mehr wollte, als er hatte, obwohl das, was er hatte, längst zum Leben gereicht hätte. 

Es ist bemerkenswert, dass die Kirche die Taufinteressenten vor der Taufe drei Mal fragt, ob sie dem Bösen widersagen. In der Osternacht beim Taufgedächtnis kommen diese Fragen wieder, die wir dann als Erwachsene beantworten: Widersagt ihr dem Bösen, all seinen Verlockungen und seinem Urheber? So streng und irgendwie lehrbuchmäßig formuliert die Fragen klingen, die Logik dahinter ist eigentlich ganz einfach: Wer das Gute will, muss sich vom Bösen abwenden.

Ängsten und Angstmachern Einhalt gebieten

Vielleicht nehmen wir uns zum diesjährigen Osterfest einmal vor, diese Fragen ganz bewusst zu beantworten: Ja, ich widersage! Denn wir leben in Zeiten, in denen das Böse Konjunktur hat. Da braucht es Menschen, die dem Bösen widersagen, die Ängsten und Angstmachern Einhalt gebieten, die sich nicht irremachen lassen, sondern versuchen, den Kopf über Wasser zu halten und nach dem Guten auszuschauen. Denn dieses Gute ist eben auch in der Welt! Das dürfen wir nicht vergessen: Es ist Teil der Schöpfung. Sechs Mal heißt es im ersten Schöpfungsbericht: „Gott sah, dass es gut war.“ Als Gott sich abschließend einen Gesamtüberblick über sein Werk verschafft, steigert es sich noch einmal: „Es war sehr gut!“ 

Und wenn unsereins zum Ende dieses Textes vielleicht noch etwas schlaumeiern darf: Das Paradies vom Anfang der Bibel ist nicht verloren. In den letzten Versen der Bibel taucht es im Stil einer Ankündigung wieder auf. Es ist also nicht nur Erinnerung, es ist auch Verheißung. Wir gehen darauf zu. 

Deswegen gibt es trotz allem doch Grund zur Zuversicht. So wünsche ich Ihnen im Namen aller, die jede Woche den Dom produzieren – Redaktion, Anzeigenabteilung, Mediengestaltung, Druckerei und Vertrieb –, gesegnete Ostern! Der Herr ist wahrhaft auferstanden.

Ihre
Claudia Auffenberg

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