Wozu sind Sie da, Schwester Lioba?

Als Benediktinerin versteht Schwester Lioba ihre Arbeit als Auftrag an Gottes Schöpfung mitzuarbeiten und die Welt nach ihren Kräften mitzugestalten.

Als Benediktinerin versteht Schwester Lioba ihre Arbeit als Auftrag an Gottes Schöpfung mitzuarbeiten und die Welt nach ihren Kräften mitzugestalten.
Als Benediktinerin versteht Schwester Lioba ihre Arbeit als Auftrag an Gottes Schöpfung mitzuarbeiten und die Welt nach ihren Kräften mitzugestalten.
veröffentlicht am 13.03.2022
Lesezeit: ungefähr 3 Minuten

Als Kurzformel des benediktinischen Lebens wird oft „Bete und arbeite – ora et labora“ genannt. Wir Benediktinerinnen verstehen unsere Arbeit als Auftrag an Gottes Schöpfung mitzuarbeiten und die Welt nach unseren Kräften mitzugestalten. Jede Schwester setzt sich im Maß ihrer Kräfte für die Aufgaben der Gemeinschaft ein. Dabei sind die Arbeitsbereiche sehr vielfältig und füllen neben dem Gebet einen beträchtlichen Teil des Tages aus.

Der Schatz der Liturgie

Einen Gutteil meiner Zeit verbringe ich in unserer Kirche St. Marien Varensell. Sie ist Kloster- und Gemeindekirche, sodass ich sowohl die klösterlichen Feste als auch alle Lebensstationen von der Taufe bis zur Beerdigung mitfeiern kann. Zusammen mit einer Mitschwester bin ich seit dreieinhalb Jahren in der Sakristei tätig. Ich bin für die Gottesdienste, für die Instandhaltung und Pflege der Gewänder sowie der liturgischen Gefäße und Geräte zuständig. Für die Kirchenreinigung und für den Blumenschmuck gibt es auch Ehrenamtliche aus der Gemeinde.

Viel Freude habe ich an den jungen Leuten, die sich hier als Messdienerinnen und Messdiener einbringen. Durch das Aufschlagen der Texte im Messbuch vertiefe ich „meine erste Liebe“, denn als junge Frau habe ich die Werktagsgottesdienste entdeckt, die Heiligenfeste und Lesungen, den Schatz der Liturgie. Immer wieder ist es erfüllend, wenn es mir gemeinsam mit den Priestern, den Messdienern und den Organisten gelungen ist, einen schönen Gottesdienst zu gestalten oder zu feierlichen Choralämtern beitragen zu können. Gerne suche ich die Weihrauchsorten aus und schwenke das Weihrauchfass. Sorgen und Nöte, die Gläubige mir anvertrauen, nehme ich mit ins fürbittende Gebet der Gemeinschaft.

Schwester Lioba arbeitet als Schneiderin in der Paramentenwerkstatt

Eine gute Ergänzung zur Sakristei ist meine Arbeit als Schneiderin in unserer Paramentenwerkstatt. Primär schneidere ich Laiengewänder für Frauen und für Diakone, dazu kommen Reparatur- und Ausbesserungsarbeiten. Erst kürzlich habe ich mir unseren Bestand an Messdienertalaren genauer angeschaut und beschädigte Gewänder erneuert. Langweilig war mir noch nie, denn gerade in einer Ordensgemeinschaft gibt es immer reichlich zu tun. Morgens und abends kümmere ich mich um unsere Hühner, hin und wieder übernehme ich Kirchenführungen und bin Referentin im Gästehaus.

Sehr wichtig in meinem Leben ist, meinen Glauben durch eigenes Bemühen, im Miteinander der Ordensgemeinschaft und im Austausch mit anderen zu vertiefen. Mit Blick auf die dramatische Lage unserer Kirche ist das nicht immer einfach. Doch in einem bin ich mir sicher: Wir müssen unterscheiden zwischen Kirchenpolitik und Glauben als Inhalt und Praxis. Wenn wir uns um die Menschen kümmern und als Kirche in den Klöstern und Gemeinden vor Ort einladend sind, dann ist schon ganz viel gewonnen.

Als Benediktinerin versteht Schwester Lioba ihre Arbeit als Auftrag an Gottes Schöpfung mitzuarbeiten und die Welt nach ihren Kräften mitzugestalten.

Zur Person

Schwester Lioba Dellian OSB (62) lebt seit dem Jahr 1986 in der Benediktinerinnen-­Abteil in Varensell. Geboren wurde sie in Hof in Oberfranken, das zur Diözese Bamberg gehört. Durch ihre beste Freundin, die Tochter eines evangelischen Pfarrers, wurde sie von Kindesbeinen an ökumenisch geprägt. Schwester Lioba hat Theologie und Mathematik für das Lehramt an Realschulen studiert und engagiert sich seit über 25 Jahren in der Arbeitsgemeinschaft der Orden im Erzbistum Paderborn.

Aufgezeichnet und Fotografiert von Patrick Kleibold

Unsere Reihe Menschen im Erzbistum

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Wozu bist du da, Kirche von Paderborn? Diese Frage stellte der Paderborner Erzbischof Hans-Josef Becker dem Zukunftsbild voran, auf dessen Basis das Erzbistum entwickelt wird. Wozu bist du da? Diese Frage kann sich auch jeder Einzelne stellen. Denn die Grundannahme des Zukunftsbildes ist eine biblische, dass nämlich jeder Mensch berufen ist, dass jede und jeder das eigene Leben als von Gott angenommen betrachten darf, dass es einen Sinn dieses Lebens gibt. Die Aufgabe des Menschen besteht darin, die Frage für sich zu beantworten.

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