Junge Kirche mit Geschichte

Die Pfarrkirche St. Peter und Paul in Medebach wurde erst 1857 geweiht, aber sie steht an einem geschichtsträchtigen Ort und beeindruckt durch ihre Größe.

Die Pfarrkirche St. Peter und Paul im Zentrum von Medebach. Foto: Martin Schmid
veröffentlicht am 13.02.2022
Lesezeit: ungefähr 4 Minuten

Medebach im Sauerland ist ein heimeliges Städtchen mit 8.000 ­Einwohnern. Doch die Geschichte der Hansestadt hat viel zu bieten. Im Zentrum der Stadt steht bereits von Weitem sichtbar die Pfarrkirche St. Peter und Paul. Sie überragt mit ihrem 63 Meter hohen Turm alle anderen ­Gebäude und soll zu den größten ­Kirchen im Erzbistum Paderborn gehören.

Der heutige Bau wurde erst 1857 geweiht. Denn das Vorgängergebäude war durch den letzten großen Stadtbrand von 1844 zerstört und die Ruine anschließend abgerissen worden. An gleicher Stelle errichtete man die heutige dreischiffige Hallenkirche die in grober Zählung der vierte Bau am heutigen Standort ist. Die Kirchengemeinde bezeichnet den Stil von St. Peter und Paul als „Mischung von spätklassizistischer und früher neuromanischer Bauweise“.

Erste Pfarrkirche stammt aus dem 12. Jahrhundert

Die erste Pfarrkirche geht bereits auf das 12. Jahrhundert zurück. Auch Medebach wird 1144 erstmals urkundlich erwähnt. Die Stadt liegt an einst wichtigen Handels- und Fernwegen. Medebach war tatsächlich ­Mitglied der mittelalterlichen Hanse, die, wie es die Geschichtsschreiber wissen, mitunter hier ihren Ursprung hat. 

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Von der meist barocken Ausstattung der Kirche vor 1844 ist nichts erhalten, abgesehen von einer Altarplatte, die man bei Renovierungsarbeiten in den 70er-Jahren entdecke. Die Geschichte der Kirche ist auch eng mit dem ehemaligen Kloster Küstelberg verbunden, das später in Glindfeld ansässig war und 1804 im Zuge der Säkularisation aufgelöst wurde. Daher ist als Teil des Kirchenschatzes von St. Peter und Paul ein Kreuzreliquiar erhalten, das aus Glindfeld stammen soll.

Eine von zwölf Urpfarreien

Ebenso stand Medebach über Jahrhunderte unter dem Einfluss des Erzbistums Köln. Die ­Kirchengemeinde zählt zu den zwölf Urpfarreien des kurkölnischen Westfalens. Die Vereinbarungen aus der Bulle „De ­salute ­animarum“ von Papst Pius VII. vom 16. Juli 1821 ordneten ­Medebach dem Bistum Paderborn zu (siehe Dom Nr. 28/2021), das 1930 zum Erzbistum erhoben wurde.

Pilgerwege entdecken

Die oben genannten Handelswege, beispielsweise die sogenannte Heidenstraße von Köln über Medebach nach Leipzig, sind von alters her auch Pilger- und Missionswege. 

Heute wollen Organisationen wie der Sauerländer Heimatbund die alten Fernwege „vor dem Vergessenwerden“ bewahren und für Wanderer und Pilger wieder beleben. Auf der Heidenstraße verläuft eine mögliche Route des Jakobsweges. Auch um Medebach gibt es viel zu entdecken – wie die „Kapelle auf dem Kahlen“ und den Kreuzweg dorthin, der Teil des Pilgerweges „Konfessionen verbinden“ ist. Dieser Pilgerweg wird auf der Homepage der Initiative „Orte verbinden“ beschrieben. Wer sich gerne mit Rucksack auf den Weg machen möchte, für den ist Medebach einen Besuch wert.

Besichtigung der Kirche

Die Pfarrkirche St. Peter und Paul ist täglich von ca. 9.00 bis 18.00 Uhr geöffnet. Informationen zu Gottesdiensten und zur Gemeinde finden sich unter: www.pv-medebach.de

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