Kolumbariumskirche Heilig Kreuz – Ein Ort der Trauer

Die Kirche Heilig Kreuz in Siegen-Weidenau dient nach einem Umbau nicht nur als Gemeindekirche, sondern auch als Urnenbegräbnisstätte.

veröffentlicht am 29.11.2021
Lesezeit: ungefähr 3 Minuten

Der Paderborner Erzbischof Hans-Josef Becker hat die zum diesjährigen Osterfest eröffnete Kolumbariumskirche Heilig Kreuz in Siegen-Weidenau besucht. Die Kirche dient nach einem Umbau weiterhin als Gemeindekirche, aber nun auch als Urnenbegräbnisstätte und Ort der Trauerbegleitung. Als pastorales Leuchtturmprojekt wurde die Umgestaltung vom Erzbistum Paderborn gefördert. Erzbischof Becker feierte mit der Gemeinde einen Vespergottesdienst und weihte die neue virtuelle Pfeifenorgel im Gottesdienstraum der Kirche.

„Sie haben hier in Siegen-Weidenau ein Projekt mit hoher und vielfältiger pastoraler Strahlkraft realisiert. Das ist ein Kirche-Sein, das in die Zukunft weist“, sagte Erzbischof Hans-Josef Becker bei seinem Besuch. Dechant und Pfarrer Karl-Hans Köhle dankte für die finanzielle, beratende und tatkräftige Unterstützung seitens des Erzbistums Paderborn. Ein zu großer Kirchenraum und rückläufige Gottesdienstbesucherzahlen hatten es erforderlich gemacht, über die Veränderung des rund 60-jährigen Kirchengebäudes nachzudenken. Das Ergebnis ist ein harmonischer Dreiklang aus Gottesdienstraum, Urnenfriedhof und Trauerbegleitungsstätte.

Viel Zeit und Herzblut

Im Anschluss an den Vespergottesdienst dankte der Paderborner Erzbischof den beiden Kirchenvorstandsmitgliedern Helmut Angst und Heinrich Schermoly. „Beide haben die viel Zeit und Herzblut in das Projekt gesteckt“, sagte Dechant Köhle. Als Dank vonseiten der Pfarrei gab es für die beiden ehrenamtlich Engagierten jeweils ein besonderes Glasbild. Es nimmt das Motiv der großen Kathedralwand in der neu gestalteten Kolumbariumskirche Heilig Kreuz auf: Die beeindruckende, durchschimmernde Glaswand in den Farben blau, grün und gelb weitet die Perspektive von der Urnenbegräbnisstätte zum Raum der Gemeindekirche bis zum Auferstehungskreuz.

Erzbischof Hans-Josef Becker besuchte die Ostern 2021 eröffnete Kolumbariumskirche in Siegen-Weidenau, in der nun eine Gemeindekirche, eine Urnenbegräbnisstätte (im Bild) sowie ein Raum für Trauerbegleitung ihren Platz haben. (Foto: Mareike Loos)
Erzbischof Hans-Josef Becker besuchte die Ostern 2021 eröffnete Kolumbariumskirche in Siegen-Weidenau, in der nun eine Gemeindekirche, eine Urnenbegräbnisstätte (im Bild) sowie ein Raum für Trauerbegleitung ihren Platz haben. (Foto: Mareike Loos)

Kolumbariumskirche Heilig Kreuz – Ort der Trauer und Hoffnung

Von dieser Hoffnungsperspektive „vom Leben zum Tod“ ist die Kolumbariumskirche durchdrungen. Der Umbau hat einen Ort geschaffen, an dem die Verbundenheit mit den Verstorbenen zum Ausdruck kommt. „Jeder Bereich hat in dieser Kirche seinen Platz und dennoch steht alles wunderbar miteinander in Verbindung. Dadurch ist die Kirche ein besonderer Raum für Trauer und Hoffnung zugleich“, sagt Irmtrud von Plettenberg, Gemeindereferentin und verantwortlich für die Trauerpastoral. 

Die Trauerbegleitung hat in der Kirche unter der ehemaligen Orgelbühne ihren Raum gefunden. Ein Team von Ehrenamtlichen leistet in der Kirche einen Präsenzdienst, sodass trauernde Menschen anderen Menschen begegnen können, die „mit offenem Herzen und Zeit zum Zuhören“ für die Trauernden da sind, so Irmtrud von Plettenberg. 

Die Kolumbariumskirche in Siegen vereint mehrere Schlüsselthemen aus dem „Zielbild 2030+“. Das Projekt in Siegen fördert Ehrenamt, ist ein Glaubensort im pastoralen Raum, an dem Liturgie und Sakramente gefeiert werden, und zeigt, dass Kirche für Menschen da ist, hier insbesondere für Trauernde. „So dient die Kirche dem Leitkriterium der Evangelisierung des Menschen von heute“, ist Dechant Köhle überzeugt.

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