Gesellschaft und Theologie

„Die Gesellschaft braucht die Theologie“, sagt Professor Dr. Stefan Kopp, Rektor der Theologischen Fakultät in Paderborn.

Professor Dr. Stefan Kopp, Rektor der Theologischen Fakultät Paderborn. (Foto: pdp)
Professor Dr. Stefan Kopp, Rektor der Theologischen Fakultät Paderborn. (Foto: pdp)
veröffentlicht am 12.10.2021
Lesezeit: ungefähr 2 Minuten

„Die Gesellschaft braucht die Theologie“, sagt Professor Dr. Stefan Kopp, Rektor der Theologischen Fakultät in Paderborn. In einer Zeit zunehmender gesellschaftlicher Herausforderungen und kontroverser Auseinandersetzungen könne die Theologie einen Beitrag zu einem fairen und sachlichen Diskurs leisten. Gleichzeitig habe die Theologie auch gesellschaftlich anschlussfähig zu sein. „Das ist ihr Auftrag. Wir brauchen eine aktuelle Theologie, deren Relevanz sie im Hier und Jetzt einlöst.“

Damit Wissenschaft einen gesellschaftlichen Beitrag leisten könne, benötige sie Förderung. Die Theologische Fakultät stehe durch die Finanzierung seitens des Erzbischöflichen Stuhls auf einem soliden Fundament. „Dafür bin ich sehr dankbar“, sagte Professor Kopp. „Hehre Absichten allein bringen die Wissenschaft nicht weiter. Ohne eine gute tragfähige finanzielle Basis bleibt sie im wahrsten Sinne des Wortes brotlose Kunst.“ Das werde ihrem Anspruch, Gesellschaft mitzugestalten, nicht gerecht: „Es lohnt sich, Theologie zu treiben, die auf Basis des christlichen Welt- und Menschenbildes beste Voraussetzungen besitzt, Inhalte für gelingendes Leben zu erhellen, wenn sie von Glaube und Vernunft getragen sind“, sagt der Theologe.

Gesellschaft und Theologie müssen sich beim Klimaschutz zu Wort melden

Es gebe viele „Zukunftsthemen auf der gesellschaftlichen Agenda“. Als aktuelle Beispiele nannte Professor Kopp die Hochwasserkatastrophe und die Konsequenzen daraus ebenso wie die Bekämpfung der Corona-Pandemie. Zahlreiche Menschen, auch in Teilen des Erzbistums, hätten die Auswirkungen des Klimawandels bei der Hochwasserkatastrophe im Sommer „am eigenen Leib gespürt und erleiden müssen“, machte Professor Kopp deutlich. Daraus ergebe sich, dass die Theologie sich gerade jetzt auch in Sachen Klimaschutz zu Wort melden müsse. Die Bewahrung der Schöpfung sei ein ur-christlicher Auftrag. „Wichtig erscheint mir dabei die Perspektive der jungen Generation, die eine Vorreiter-Rolle im Einsatz für Klimagerechtigkeit übernimmt und eine Zukunft für sich selber fordert.“

Wertvolle Perspektiven sieht er auch bei den Studierenden, die gemeinsam mit den Lehrenden auf viele Fragestellungen blicken. An den unterschiedlichen theologischen Disziplinen ließen sich „viele aktuelle und bleibende Fragen andocken“, zeigte sich Professor Kopp überzeugt. So könne etwa gefragt werden, welche Orientierungsfunktion die katholische Glaubenslehre für das menschliche Miteinander habe. In der Corona-Pandemie seien vor allem die Moraltheologie und die christliche Gesellschaftslehre immer wieder gefragt gewesen.

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