Menschenkette durchs Erzbistum Paderborn

An vielen Orten im Erzbistum Paderborn gedachten Teilnehmer der Menschenkette der Menschen, die die Überquerung des Mittelmeeres nicht überlebt haben.

Etwa einen Kilometer lang war die Menschenkette, die durch die Gemeinde Bönen gebildet wurde. (Foto: Annabell Jatzke)
Etwa einen Kilometer lang war die Menschenkette, die durch die Gemeinde Bönen gebildet wurde. (Foto: Annabell Jatzke)
veröffentlicht am 23.09.2021
Lesezeit: ungefähr 3 Minuten

Um auf das Sterben im Mittelmeer aufmerksam zu machen, haben Aktivisten eine Menschenkette von der Adria bis zur Nordseeküste gebildet. An dieser Solidaritätsaktion beteiligten sich auch viele Menschen und Gemeinden im Erzbistum Paderborn.

An vielen Orten im Erzbistum Paderborn gedachten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Menschenkette den 82 Millionen Menschen, die im Jahr 2020 auf der Flucht waren und der Menschen, die die Überquerung des Mittelmeeres nicht überlebt haben. Im vergangenen Jahr sind 1.426 Menschen dort ertrunken. In diesem Jahr sind es bereits 1.214 Tote. Initiator der internationalen Solidaritätsaktion war der Verein „Rettungskette für Menschenrechte“.

Mahn- und Friedensgebet in Dortmund

In Dortmund hatten die evangelische Lydiagemeinde, die katholische Pfarrei Heilige Dreikönige und die Gemeinschaft Sant’Egidio zu einem Mahn- und Friedensgebet eingeladen. Besonders die Geschichte der teilnehmenden Elaine Yousef ging den Anwesenden unter die Haut. Sie schilderte eindrücklich ihre Erfahrungen des Krieges, der Flucht, aber auch ihre Dankbarkeit gegenüber Deutschland. In Dortmund beteiligte sich zudem die Initiative „Seebrücke“ und machte den Josephsplatz mit eindeutigen Botschaften zu einem Erinnerungs- und Mahnort.

Menschenkette quer durch Bönen

Die Rettungskette setzte sich auch in der Gemeinde Bönen im Kreis Unna fort. Circa 500 Teilnehmerinnen und Teilnehmer kamen auf der Bahnhofstraße zusammen. Neben Vereinen und Organisationen waren zahlreiche Kindergärten, Grundschulen und weiterführende Schulen vertreten. Sei es mit Tüchern, Bannern oder Schnüren mit Luftballons, trotz der Corona-Pandemie und der geltenden Abstandsregel war die Menschenkette verbunden und das auf einer Länge von etwa einem Kilometer. Organisiert wurde die Rettungskette in Bönen von Deniz Werth. Sie war es auch, die auf dem Fahrrad mit dem Megafon immer wieder an den Teilnehmern vorbeifuhr, sich bedankte und sie motivierte. Vielfach war vor Ort der Spruch „Bönen ist bunt“ zu lesen. Im Vorfeld der Rettungskette hatte sich zwecks Organisation das Bündnis „Bönen ist bunt“ gebildet. Gemeinsam wolle man auch zukünftig Aktionen starten, um auf die Menschenrechte aufmerksam zu machen und für die Vielfalt einzustehen. 

Das Erzbistum hatte Gemeinden zur Beteiligung aufgerufen. Es gehe darum, die Seenotrettung zu entkriminalisieren, sagte der Flüchtlingsbeauftragte des Erzbistums, Josef Lüttig (Der Dom berichtete). „Es muss aufhören, dass Menschen aufs Meer zurückgedrängt werden.“ Eine Woche vor der Bundestagswahl sollte die Aktion zudem ein Signal an die Politik sein. Menschenrechte kommen allen Menschen zu, sagt Lüttig, auch denen auf dem Meer und denen, die in Lagern hausen. Mit dem Thema Flucht werde man noch Jahrzehnte zu tun haben, das hänge auch mit der Ausgestaltung der Wirtschaftspolitik zusammen. Daher komme Deutschland an diesem Thema nicht vorbei. „Als offenes, humanes Land, das wir sein wollen, sind wir da gefordert.“

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