Moderne Wanderprediger

Das GiG-Festival in Siegen zeigt: Authentisch gelebter Glaube steckt an

Die aus den USA kommende Sängerinn Hannah Schaefer, die in Siegen auftrat, gewann bereits mehrere Musikpreise. Im Jahr 2020 veröffentlichte die 24-jährige ihr Album "Who I am". (Foto: Amadeus Kuhn)
Die aus den USA kommende Sängerinn Hannah Schaefer, die in Siegen auftrat, gewann bereits mehrere Musikpreise. Im Jahr 2020 veröffentlichte die 24-jährige ihr Album "Who I am". (Foto: Amadeus Kuhn)
veröffentlicht am 22.07.2021
Lesezeit: ungefähr 4 Minuten

 “Gig – god is good” war Name und gleichzeitig Anlass und Motto des katholischen Festivals, das auf dem Siegener Erfahrungsfeld stattfand. Mit lauter Musik und bunten Scheinwerfern zeigte das Gig-Festival, wie man Jugendlichen den Glauben neu zugänglich machen kann. Künstlerinnen und Künstler aus ganz Deutschland, aber auch aus den USA reisten an, um mit ihrer Musik die Menschen zu begeistern und Zeugnis für ihren Glauben zu geben. Dass dieser Glaube lebendig ist, konnte man auf dem Festivalgelände hören und spüren. Davon zeugten Lieder aus ganz unterschiedlichen Musikrichtungen sowie die Lebensgeschichten der internationalen Künstler.

Laute Hip-Hop-Musik dröhnt durch den Park. Rote und lila Scheinwerfer tauchen die Abenddämmerung in ein buntes Farbenspiel. Eine Gruppe Jugendlicher tanzt vor einer Bühne im Takt zur Musik. Ein ganz normales Jugendfestival. Auf den ersten Blick. Aber auf der Bühne, auf der hinter einer großen Leinwand und den Scheinwerfern noch Graffiti zu erahnen ist, wird eine schwarze Fahne geschwenkt. Darauf steht in großen orangenen Druckbuchstaben “chosen”, zu Deutsch “erwählt”. Zwischen den Zuschauern huschen immer wieder zwei Mönche in Kapuzinerkutte durch. Statt dem Künstler jubeln die Festival-Besucher Jesus zu.

Musik soll zu den Sakramenten führen

Das Motto des GiG-Festivals, wobei GiG für „Gott ist gut“ steht: „Feier deinen Glauben!“ Und das ist hier Programm. So soll Jugendlichen die Schönheit des Glaubens und der Kirche vermittelt werden, wie es auf der Webseite des Festivals heißt. “Die Musik soll zu den Sakramenten hinführen. Die Kultur ist nur die Dekoration”, erklärt Pater Paulus Maria Tautz CFR, der Veranstalter der Festivals. Die Idee, dieses Event in das Siegerland zu holen, war im Team des Dekanates Siegen entstanden. 

Im Anschluss an die Konzerte findet denn auch jedes Mal eine eucharistische Anbetung statt. Gemeinsam mit den Künstlern feiert Pater Paulus außerdem vor jedem Konzert eine heilige Messe. Deswegen ist es dem Veranstalter auch wichtig, dass die Sänger authentisch hinter den Sakramenten stehen: “Die Sänger sind nicht nur Künstler, sondern wirklich Missionare: Das ist moderne Wanderpredigt.”

Initialzündung für etwas Größeres

Für die zukünftigen GiG-Festivals hat Pater Paulus geplant, dass Pfarreien, in denen die Auftritte stattfinden, selbst die Organisation in die Hand nehmen. Es solle nicht alles von ihm abhängen, vielmehr möchte er die Initialzündung für etwas Größeres sein. “Ich möchte kein Einzelkämpfer sein. Aber das Gefühl hatte ich die letzten Jahre schon.”

Der Hip-Hop-Sänger Joe Melendrez aus Los Angeles brachte die Festivalbesucher in Siegen zum Tanzen. (Foto: Amadeus Kuhn)

Die Jugendarbeit sei für die Kirche existenziell geworden: “Es geht ums Überleben. Jugendarbeit ist kein Luxus mehr.” Auch dem 35-jährigen Hip-Hop-Sänger Joe Melendrez aus den Vereinigten Staaten geht es beim GiG-Festival in erster Linie darum, dass die Jugendlichen eine persönliche Begegnung mit Jesus machen können. “Und Gott hat bisher immer geliefert. Also ich erwarte, dass der Heilige Geist auch heute unter den Leuten wirkt, die hier anwesend sind, aber auch unter denen, die per Livestream dabei sind.” Der christliche Rapper, der bereits zum sechsten Mal bei der Festival-Tour dabei ist, wird zum Stimmungsmacher des Abends.

Es braucht neue und moderne Ausdrucksformen

Egal ob Hip-Hop, Rap oder christliche Popmusik – es brauche moderne Ausdrucksformen und das authentische Zeugnis der katholischen Musiker, um die Jugendlichen heute zu erreichen. “Wir brauchen Musiker, die das Ohr am Puls der Zeit haben”, sagte Pater Paulus, der um die tröstende, heilende und gleichzeitig auch berauschende Kraft von Musik weiß. Musik ist eine Brücke, über die Jugendliche gerne gehen. Eine Sprache, die sie verstehen.

Nach den Einschränkungen der letzten Monate konnte mit dem christlichen Musikevent ein Zeichen der Freude und Hoffnung gesetzt werden. Siegen war der erste von vier Standorten, an denen das Gig-Festival in diesem Jahr in Deutschland stattfindet. Es folgen Festivals in Hofbieber, Marienfried und Rosenthal.

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