Fitnessprogramm für Vereine

Katholische Landvolkshochschule in Hardehausen startet neues Projekt „Land-leben-lernen“

In Bredenborn soll in der Ortsmitte eine grüne Oase entstehen. Foto: Schäfer
veröffentlicht am 07.07.2021
Lesezeit: ungefähr 3 Minuten

Kreis Höxter. Haben die Dörfer in der Region ausgedient? Oder sorgen gute Ideen wieder für frischen Wind? Gibt es Konzepte, die das Leben auf dem Land wieder liebens- und lebenswert machen? Das sind Fragen, mit denen sich Diplom-Soziologe Bernhard Eder von der Landvolkshochschule Hardehausen seit Jahren beschäftigt. Gemeinsam mit vielen Akteuren aus der Region begleitet Eder mit seinem Kollegen Stephan Kreye die Dorfprozesse und unterstützt im LEADER-Projekt „Zukunftswerkstätten ländlicher Raum“ erfolgreiche Dorfentwicklungen im Kreis Höxter.

von Martina Schäfer

Ein Projekt, das nun auf die Zielgerade geht: 20 Orte in den Kommunen Warburg, Marienmünster und Beverungen haben 80 Ideen auf den Weg gebracht, rund 55 davon sind oder werden Wirklichkeit. Ein neues Bildungsprojekt, ebenfalls von LEADER-Fördermitteln unterstützt, geht nun an den Start: Mit „Land-leben-lernen“ sollen Menschen in der Region durch Seminare und Coaching fit gemacht werden, die erfolgreiche Zukunft ihrer Dörfer selbst in die Hand zu nehmen. 

Was macht ein Dorf lebendig? Die Möglichkeiten sind offenbar facettenreich: Im Dorfkino locken Filmklassiker an langen Winterabenden ins Haus des Gastes in Marienmünster-Vörden. Zu den Kultfilmen gibt es noch leckere Snacks und originelle Bowlen. Und: Die Kinofans sitzen an Tischgruppen und können sich nach der Vorführung noch rege austauschen. Sportlich geht es dagegen in Marienmünster-Kollerbeck zu: Ein Begegnungs- und Bewegungspark sorgt mithilfe von Sportgeräten für eine bessere Fitness, Koordination und Kondition der Dorfbewohner. Ein spannender Spielenachmittag in der Zehntscheune in Warburg-Scherfede bringt einmal im Monat alle Generationen zusammen.

Dorfkino und Naherholung

Gemeinsam eine grüne Oase mitten im Ort genießen, so lautet die Initiative einer Bredenborner Arbeitsgruppe, die das brachliegende Kleinod des Bangernquellgebietes am Beberbach wieder zugänglich und erlebbar macht. Natur, Wasser und ein Sinnespfad regen dazu an, zur Ruhe zu kommen und sich zu erholen. Und in Warburg-Wormeln soll ein Aktiv-Zentrum an der Twistehalle entstehen, in dem Jung und Alt zu mehr Bewegung animiert werden, ein neuer Gemeinschaftsraum in Warburg-Dössel wird zum Offenen Treff für alle, die gern klönen, feiern oder sich austauschen wollen. 

Bernhard Eder lobt den Gemeinschaftssinn und die Fantasie der Menschen, die sich in den Dörfern engagieren und zeigt sich überrascht von der Resonanz: „Ich war von Anfang an verblüfft, welche Dynamik sich in den Zukunftswerkstätten entwickelt und wie viel Zeit und Energie die Einwohner bereit sind, zu investieren.“ Die Veranstaltungen in den Dörfern hätten mehr Zulauf gebracht als gedacht. Erstaunlich sei auch das breite Spektrum der Ideen gewesen: Dabei haben sich Kernthemen wie Offene Treffs, Kooperation der Vereine, Verkehrsberuhigung und Landschaftsschutz herauskristallisiert. „Natürlich sind einige Ideen wie Dorfläden im Sande verlaufen oder auf Eis gelegt, weil äußere Umstände eine weitere Realisierung nicht zuließen oder weil zu viel Zeit, Arbeit und Energie gefordert waren“, erinnert sich Bernhard Eder. Doch sei er vielen Menschen in den Dörfern begegnet, „die brennen und richtig Feuer haben“.

Breites Ideen-Spektrum

Das Nachfolgeprojekt will nicht nur direkt vor Ort die Entfaltung eigener Ideen fördern, sondern durch gezielte „Dorfakademie und Dorfcoaching“ in der Landvolkshochschule Hardehausen Menschen das Rüstzeug an die Hand geben, ihr Vorhaben in die Tat umzusetzen. Dazu gehören zehn thematische Seminare und drei Workshops sowie drei Zukunftsforen, die dabei helfen sollen, vorhandene Ressourcen auszumachen und auch Fördermöglichkeiten auszuloten. Die Vision laute: „Da steppt der Bär.“ Um das zu erreichen, sollen Dorfgemeinschaft und Vereine gestärkt werden, um attraktive Veranstaltungen auf den Weg zu bringen. „Wichtig ist nach wie vor, dass wir die Menschen mitnehmen, ihnen nichts aufdrängen, sondern sie als Ansprechpartner begleiten“, betont Bernhard Eder, der eine kreisweite Vernetzung der Dorfentwicklung anstrebt. „Wir wollen als Kirche im ländlichen Leben sichtbar sein, in die Welt hinaustreten und unsere Landvolkshochschule als Zentrum der Bildung zur Dorfentwicklung wahrnehmbar machen.“

Info

www.lvh-hardehausen.de/projekte/zukunftswerkstaetten-im-laendlichen-raum

Weitere interessante Artikel auf DerDom.de
28.07.2021

 

 

 

 

In eigener Sache

Der Dom als E-Paper für Abonnenten, die von der Flut betroffen sind

weiterlesen
28.07.2021

 

 

 

 

Ein Welthaus entsteht in Dortmund

Trägerverein soll sich im September gründen / Privatpersonen sowie Organisationen machen mit

weiterlesen
27.07.2021

 

 

 

 

“In der Not verbunden”

Die Heinrichsflut 1965: Bischof Franz-Josef Bode erinnert sich

weiterlesen