Protest geht „durch die Decke“

„Segen für alle“: kfd-Diözesanverband übergibt Ergebnisse seiner Online-Petition

Die Frauen aus dem Leitungsteam des kfd-Diözesanverbandes überreichten die Unterschriften der Petition an Monsignore Dr. Michael Bredeck (v.l.): Silvia Stiewe (Geschäftsführerin), Mechthild Wohter (geistliche Begleiterin), Katharina Brechmann (Diözesanvorsitzende), Mechthild Burk (stv. Diözesanvorsitzende), Msgr.Dr.Michael Bredeck und Dorothee Brünger (Leitungsteam).Foto: kfd-Diözesanverband
veröffentlicht am 28.04.2021
Lesezeit: ungefähr 3 Minuten

Paderborn (Mid). Mit 4700 Unterschriften war die Resonanz auf die Online-Petition „Segen für alle“ des kfd-Diözesanverbandes Paderborn unerwartet groß. „Schon nach zwei Tagen ging die Aktion mit 1000 Unterschriften durch die Decke. Wir haben unser angestrebtes Ziel von 2000 auf 3000 erhöht und bis zum Stichtag am 16.–April waren es 4700“, erklärt die kfd-Diözesanvorsitzende Katharina Brechmann. Zusammen mit ihren Kolleginnen aus dem Diözesan-Leitungsteam übergab sie die Petition an Monsignore Dr.Michael Bredeck. Er ist der neue Bereichsleiter Pastorale Dienste im Erzbischöflichen Generalvikariat.

„Unsere Petition haben Menschen aus dem Erzbistum Paderborn, aber auch darüber hinaus unterstützt. Das zeigt, dass es vielen wichtig ist, gesegnet zu werden. Kirche soll für den Menschen da sein“, sagte Katharina Brechmann weiter. Mit der Online-Petition wolle der kfd-Diözesanverband Paderborn deutlich machen, dass christliche Werte wie Verantwortung und Verbindlichkeit auch in gleichgeschlechtlichen Partnerschaften gelebt würden. Daher, so die kfd, gelte es, den Wunsch gleichgeschlechtlicher Paare nach Segen zu respektieren. Auslöser für die Petition waren die jüngsten Verlautbarungen aus Rom bezüglich der Ablehnung von Segnungen homosexueller Paare: „Wir Frauen im Leitungsteam waren erschrocken und haben uns sofort online getroffen, um zu überlegen, wie wir darauf reagieren können.“

„Der Dialog in der Kirche zur Segnung von gleichgeschlechtlichen Paaren muss weitergehen. Wir werden weiter über dieses wichtige Thema sprechen“, sagte Bredeck beim Empfang der Unterschriften. Er dankte den Frauen für den Austausch. Gleichzeitig wies er darauf hin, dass die Kirche nach wie vor Menschen dem Schutz Gottes anvertraue, wenn diese einen Segen erbitten. Diese Praxis sei durch die römische Erklärung nicht infrage gestellt worden.

Mechthild Wohter, geistliche Begleiterin des kfd-Diözesanverbandes, bezog deutlich Position: „Wir übergeben Ihnen neben den Unterschriften 1400 teils sehr berührende Kommentare. Wir möchten deutlich machen, dass wir als kfd gegen diese Art der Ausgrenzung Stellung beziehen. Verantwortliche in kfd-Gemeinschaften haben sich Listen aus der Petition ausgedruckt, um auch handschriftlich die Unterschrift zu ermöglichen.“ 

Er werde die Unterschriften der Petition an Erzbischof Hans-Josef Becker weitergeben, erklärte Bredeck. Die Petition werde auch Thema sein bei Gesprächen auf verschiedenen Ebenen des Erzbistums und der Deutschen Bischofskonferenz. Für ihn sei es bedeutsam, dass alle unterschrieben hätten, weil ihnen die Kirche und die Akzeptanz der Kirche wichtig seien. Bredeck ist seit dem 1.April Leiter des Bereiches Pastorale Dienste im Erzbischöflichen Generalvikariat. Zusätzlich ist er für die Zeitdauer des Synodalen Weges Ansprechperson für das Synodalbüro im Erzbistum Paderborn.

„Wir bleiben im Gespräch“, sagte die Diözesangeschäftsführerin Silvia Stiewe und hofft auf ein baldiges Ende der Pandemie, denn sobald es möglich ist, möchte sie die Bistumsleitung in das neue kfd-Büro am Marienplatz1 einladen.

Info

Neben 4700 Unterschriften wurden 1400 Kommentare abgegeben. Eine Frau vom Möhnesee schreibt zum Beispiel: „Es bedeutet mir viel, so eine hohe Solidarität mit uns queeren Paaren und Regenbogenfamilien zu erleben. In der katholischen Kirche, im Erzbistum Paderborn, ist das ein Novum: offen, öffentlich und sogar von vielen Priestern und Angestellten offiziell.“ Ihr Beitrag endet mit den Worten: „Es wäre doch schön, wenn sich die katholische Kirche und authentisches Leben nicht länger ausschließen müssten, oder?“

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