Mit dem Smartphone durch den Dom

Zwei Studenten erstellten für die Mindener Firmlinge einen Video-Rundgang

Maximilian Miller und Jan Hübner haben den virtuellen Dom-Rundgang für die Firmlinge in Minden erstellt. Foto: Flüter
veröffentlicht am 25.03.2021
Lesezeit: ungefähr 3 Minuten

Minden. Jugendliche auf die Firmung vorbereiten – das ist in Zeiten der Pandemie eine besondere Herausforderung. Die zwölf jungen Katecheten in Minden haben sich der He rausforderung gestellt. Herausgekommen ist unter anderem ein Video- Rundgang durch den Mindener Dom.

Grundlagen des Glaubens

„Das ist kein kunsthistorischer Rundgang“, erklärt Pastor David Sonntag. Vielmehr würden den Jugendlichen dabei niedrigschwellig die Grundlagen des Glaubens erklärt. Erarbeitet haben die 17 Stationen des Rundgangs die beiden Studenten Jan Hübner und Maximilian Miller. „Als ich mal auf einer Städtereise unterwegs war, habe ich ein Schild gesehen: Folgen Sie dem QR- Code“, erklärt Jan Hübner. Mit dem Handy abfotografiert, öffneten sich Erklärvideos zu örtlichen Sehenswürdigkeiten. „Da dachte ich mir, warum nutzen wir das nicht auch für die Firmvorbereitung?“

Denn die im September in Minden noch in Präsenzveranstaltungen gestartete Vorbereitung der Firmlinge musste mit dem Anstieg der Corona- Infektionen schon bald in den virtuellen Raum verlegt werden. Bei Videokonferenzen mit der Software Zoom treffen sich zwischen sechs und zehn Jugendliche mit jeweils zwei oder drei Gruppenleitern – „mit wechselhaftem Erfolg“, wie Pastor Sonntag sagt. „Das klappt, wenn man sich kennt.“ Doch viele der rund 80 Jugendlichen, die auf unterschiedliche Schulen gehen, treffen sich in der Firmvorbereitung zum ersten Mal. „Das ist eine große Herausforderung“, sagt Jan Hübner. „Es ist nicht einfach, Jugendliche online zusammenzuführen. Online ist es schwierig, eine soziale Bindung aufzubauen.“

Umso mehr setzen die Firmkatecheten auf den virtuellen Dom- Rundgang. An ausgesuchten Stellen im Dom zu Minden, der zweitgrößten Kirche im Erzbistum Paderborn, finden die Jugendlichen einen QR- Code, scannen den mit ihrem Handy und hören dann – mit Kopfhörer ausgestattet – eine Erklärung von Maximilian Miller, der auch die Texte geschrieben hat. Zwischen einer und drei Minuten dauern die Kurzvideos auf der Videoplattform Youtube. „Das hat keine vier Wochen gedauert, bis alles fertig war“, erklärt Jan Hübner. 

Reaktionen aus der Gemeinde

Reaktionen aus der Gemeinde gab es auch schon. „Eine tolle Idee“, hörten die beiden Studenten. Der Dom- Rundgang beginnt am Eingang des Domes, dem Paradiesportal. Insgesamt rund 50 Minuten dauert der Rundgang durch den Dom, den jeder einzeln für sich gehen kann – streng „coronakonform“. Zwischendurch werden die Firmlinge auch eingeladen, das Vaterunser mitzubeten – „natürlich flüsternd oder still“, erklärt Pastor David Sonntag. In der Anbetungskapelle werden die Firmlinge dann zu einem Moment der Stille und des Gebetes eingeladen. „Da Gott anwesend ist, kannst du ihm gerne eine Frage stellen oder ihn um etwas bitten“, sagt Maximilian Miller im Video. „Schau einfach, was passiert.“ Ein Gebetsvorschlag wird auch gemacht: In der Beschreibung zum Video finden die Firmlinge ein Gebet des heiligen Franziskus von Assisi. 

„Den Dom- Rundgang können natürlich auch andere Besucher nutzen“, lädt Pastor Sonntag ein. Jeder Dom- Besucher mit einem Smart phone mit Internetzugang könne vor Ort das passende Video aufrufen.

Info

Die Videos können auch vom heimischem Computer aus angehört und angeschaut werden. Unter www.youtube.com finden sich auf dem Kanal „Firmvorbereitung in Minden“ die 17 Kurzvideos.

Weitere interessante Artikel auf DerDom.de
28.07.2021

 

 

 

 

In eigener Sache

Der Dom als E-Paper für Abonnenten, die von der Flut betroffen sind

weiterlesen
28.07.2021

 

 

 

 

Ein Welthaus entsteht in Dortmund

Trägerverein soll sich im September gründen / Privatpersonen sowie Organisationen machen mit

weiterlesen
27.07.2021

 

 

 

 

“In der Not verbunden”

Die Heinrichsflut 1965: Bischof Franz-Josef Bode erinnert sich

weiterlesen