„Die letzte Chance“

Agnes Wuckelt über den Synodalen Weg und die Regionenkonferenz in Dortmund

Agnes Wuckelt moderierte gemeinsam mit Weihbischof Zekron aus Münster die Regionenkonferenz in Dortmund. Foto: Bezim Maziqhi
veröffentlicht am 18.09.2020
Lesezeit: ungefähr 3 Minuten

Dortmund. Bei der Regionenkonferenz in Dortmund, einer von fünf bundesweiten Veranstaltungen des Synodalen Weges, konnte sich Agnes Wuckelt anders als die anderen Synodalen aus dem Erzbistum nicht in die Diskussionen einbringen. Denn gemeinsam mit dem Münsteraner Weihbischof Dr. Stefan Zekorn moderierte sie die Konferenz. Doch im Interview findet sie klare Worte. 

Frau Professorin Wuckelt, wie haben Sie die Regionenkonferenz in Dortmund erlebt? 

Ich fand es offen und respektvoll, auch da, wo sich die Meinungen unterschieden haben. Bei uns scheint es am harmonischsten gewesen zu sein, das bestätigen mir Berichte von den anderen Konferenzen. Wir in Dortmund haben sachlich miteinander gesprochen und das war für mich wie eine Fortsetzung der ersten Synodalversammlung in Frankfurt. Da sind wir relativ zuversichtlich weggegangen mit dem Gefühl: Wir sind auf einem guten, gemeinsamen Weg. Dass nicht alle das gleiche Tempo haben, werden wir verkraften. 

Wird es so harmonisch bleiben?

Wenn sich diejenigen, die die Mehrheit bilden, weiterhin so respektvoll weiterbewegen und wenn wir einen guten Weg finden, wie wir mit denen umgehen, die Erneuerungen verweigern, dann ja. Aber das wird die große Herausforderung. Ich habe noch keine Lösung, aber es kann nicht sein, dass wir Kompromisstexte machen, um alle  irgendwie mitnehmen zu können. Damit kommen wir nicht weiter. 

Erzbischof Becker ist nach eigenen Worten besorgt nach Hause gefahren, weil er genau das befürchtet, dass nämlich am Ende nicht alle mitgenommen werden. Wie kommt man da raus?

Wir müssen da heraus! Wir müssen einfach lernen, wie wir mit der Vielfalt in dieser Kirche umgehen. 

Von außen wird ja ziemlicher Druck aufgebaut, etwa beim Frauenthema heißt es, dies entscheide die Zukunft der Kirche und das klingt ja in der Öffentlichkeit nach: Frauenpriestertum ja oder nein. 

Das wird die Nagelprobe schlechthin! Aber was in Dortmund ja auch deutlich geworden ist: Vieles geht bereits jetzt, warum also nicht sofort? Und: Wie setzen wir das ins Bild? In Dortmund war die Rede von einer Domkapitularin. Das mag jetzt witzig klingen, wir haben ja auch alle gelacht: eine Frau mit der Pelerine, wie sie ein Domkapitular trägt. Aber es wäre ein Bild! Wie setzen wir es also ins Bild, dass Frauen inzwischen auch auf der obersten Ebene leiten? Damit müssen wir anfangen. Ich sage immer den Frauen: Lasst uns mutig in die erste Reihe stellen! Wir müssen uns sichtbar machen. Ich befürworte auch, dass wir, wenn wir eine liturgische Funktion wahrnehmen, dann auch ein liturgisches Gewand anziehen. 

Das ganze Interview lesen Sie im Dom Nr. 38 – jetzt den Dom abonnieren und Neues aus dem Erzbistum Paderborn erfahren!

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