Erste Novizin seit 27 Jahren

Die 24-jährige Annika Zöll wurde bei den Olper Franziskanerinnen eingekleidet

Annika Zöll (Bildmitte, 5. von rechts)) ist seit vergangener Woche Schwester Jakoba. Foto: Franziskanerinnen
veröffentlicht am 21.08.2020
Lesezeit: ungefähr 3 Minuten

Olpe. Für die Olper Franziskanerinnen war es ein ganz besonderes Ereignis: Nach auf den Tag genau 27 Jahren schloss sich erstmals wieder eine Novizin der Gemeinschaft im Olper Mutterhaus an. Annika Zöll aus dem zu Leverkusen gehörenden Hitdorf ist jetzt Schwester Maria Jakoba vom Heiligen Josef, kurz Schwester Jakoba. Die 24-Jährige ist eine der jüngsten Novizinnen in Deutschland.

Das in der heutigen Zeit ungewöhnliche Ereignis sorgte in der vergangenen Woche am Festtag der heiligen Klara für einen großen Medienauflauf in Olpe. Neben dem WDR waren auch ein Kamerateam des Fernsehsenders ARTE und weitere Fotografen und Journalisten vor Ort. Per Livestream wurde die Einkleidungsfeier, bei der Schwester Jakoba unter anderem ihr Habit, das Ordensgewand, und ihren Schleier erhielt, auch in die Konvente der Franziskanerinnen in den USA, in Brasilien und auf den Philippinen übertragen. Coronabedingt waren neben den 30 Schwestern sowie Familie und Freunden von Annika Zöll nur wenige Menschen zu der Vesper zugelassen.

„Die Kameras habe ich gar nicht wahrgenommen“, berichtet die frisch gebackene Schwester Jakoba zwei Tage nach der Einkleidung. „Ich war so konzentriert und so dabei, dass es mir nicht aufgefallen ist.“

Auf Gott konzentrieren

Denn am Tag selbst und auch die zwei Wochen zuvor wurde sie von ihrer Novizenmeisterin Schwester Katharina Hartleib von den Medien abgeschirmt. Sie sollte sich in der Stille ganz auf Gott konzentrieren und die Feier ohne Ablenkung erleben. Das war ihr allerdings auch sehr recht. „Es wäre ein No-Go gewesen, vorher und hinterher Interviews zu geben. Da haben wir gute Grenzen gesetzt.“ Und so war eine Zeremonie möglich, die alle Anwesenden rührte. „Gefühlt hat die ganze Kirche geweint“, sagt Schwester Jakoba. Für die Mitschwestern sei es das Erlebnis, dass nach so langer Zeit wieder eine Novizin eingekleidet wurde, aber auch die Erinnerung und Rührung an die eigene Einkleidung gewesen. Und bei Familie und Freunden womöglich „ein Gefühlschaos: die Sorge, wie wird das sein, und das nicht recht verstehen können, auch Rührung durch die Zeremonie und Liturgie, aber auch zu sehen, wie glücklich mich das Ganze gemacht hat. Da sind viele Tränen geflossen auf allen Seiten“. Nach zwei Jahren als Novizin kann Schwester Jakoba das Ordensgelübde ablegen, in der Regel zweimal für je drei Jahre. Nach insgesamt acht Jahren erfolgt das ewige Gelübde.

Tränen flossen

Auskunft hatte Annika Zöll auch schon in den vergangenen Monaten und Jahren reichlich gegeben, wie eine junge Frau darauf kommt, in dieser Zeit, wo viele aus der Kirche austreten, sich einem Orden anzuschließen. Aufgewachsen ist Annika Zöll in einer katholischen Familie, wo selbstverständlich vor dem Essen gebetet wurde. In ihrem katholischen Kindergarten in Hitdorf erlebte sie zwei Olper Franziskanerinnen als Erzieherinnen, ging dann auf eine katholische Schule. Dort schrieb sie eine Facharbeit über Gottes Handeln in der Welt, was ihr Interesse an der Theologie begründete.

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