Übergangen und an die Wand gedrückt

Viel mehr Teilnehmende kamen zum Gottesdienst des Vorbereitungskreises Maria 2.0

„Unbeirrbar“, „Standhaft“, „Zielstrebig“ - mit diesen und andere Eigenschaften charakterisierten sich die Frauen aus dem Vorbereitungskreises Maria 2.0. Foto: Maas
veröffentlicht am 14.08.2020
Lesezeit: ungefähr 2 Minuten

Dortmund. Mit so vielen Teilnehmerinnen – um die anwesenden Männer abzuzählen brauchte man keine ganze Hand – hatte niemand gerechnet. Gut 100 Frauen besuchten den Open-Air-Gottesdienst des Vorbereitungskreises Maria 2.0. „Verschaff mir Recht – Das Beispiel von der hartnäckigen Frau“ lautete der Titel.

„Wir haben alles richtig gemacht“, beteuerte Angelika von Kölln vom Vorbereitungskreises Maria 2.0 noch bevor der Gottesdienst losging. Dennoch waren einige Polizisten wegen der Veranstaltung da. Weil weit mehr Interessierte kamen als gedacht, achteten die Beamten gemeinsam mit dem Ordnungsamt auf die Abstandsregeln. Als dann alle zusätzlichen Stühle aufgeklappt waren, zogen sich die Polizistinnen und Polizisten zurück – und bekamen ein herzliches „Danke“ für ihren Einsatz von den Organisatorinnen.

Wesentlich weniger herzlich waren dann die Wortbeiträge. Schon zu Beginn machten im Publikum Sätze wie „Geduldig warten Frauen schon seit 100 Jahren“ die Runde. Man merkte schnell: Maria 2.0 meint es auch in Dortmund ernst. „Ich fühle mich übergangen“, „Ich fühle mich an die Wand gedrängt“ – solche Sätze sprachen den mitfeiernden Frauen aus der Seele.

Verletzend und ungerecht

Regina Dinter vom Vorbereitungskreises Maria 2.0 beleuchtete schließlich nahezu alle Facetten des Themas. „Wir wurden immer wieder zurückgedrängt. Was sollen wir auch machen?“ Eben mit dieser Einstellung angesichts des mächtigen Vatikans wollen sich die Frauen nicht mehr zufrieden geben.

„Wie verletzend das ist, dass Frauen nicht predigen dürfen, können sich Priester gar nicht vorstellen“, betonte Regina Dinter und bekam dafür einen satten Applaus. Immerhin gebe es unter den Geistlichen Männer, die mittlerweile diese Ungerechtigkeit erkennen.

Protest geht weiter

Dass ihr Protest weiter geht, daran ließ niemand aus dem Vorbereitungskreis Zweifel. Schließlich stünden die Aktivistinnen nicht alleine da. „Was soll auch passieren, wenn wir an der Seite von Jesus bleiben?“ Einen Kirchenaustritt, den viele Frauen in ihrem Umfeld bereits vollzogen haben, schloss Regina Dinter für sich aus. „Solche Momente, die mir Mut machen, will ich gemeinsam erleben.“

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