Umluft

Geistlicher Glaubensimpuls

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Foto: Markus Hein / pixelio
veröffentlicht am 27.11.2019
Lesezeit: ungefähr 2 Minuten

In der DDR gab es einen Verlag für die Frau, in dem – fast möchte man sagen: natürlich – Mode- und Kochbücher erschienen sind. Angela Merkel hat das Backbuch des Verlages im Regal stehen.

von Claudia Auffenberg

In einem Interview mit der Süddeutschen Zeitung sagte sie neulich auf die Frage, ob sie auch noch reinschaue, sie tue es zwar ganz gerne, „aber die Herde haben sich ja auch geändert“. Nachfrage der SZ: „Es gibt jetzt überall Umluft?“ Antwort Merkel: „Ja.“

Die alten Rezepte funktionieren nicht mehr, weil die Dinge rundherum sich geändert haben. Umluft ist anders als Ober- und Unterhitze. Umluft bedeutet, dass die Wärme im Backofen gleichmäßig verteilt ist, aber, so wissen es die erfahrenen Hausfrauen, mancher Kuchenteig gelingt nicht so gut. Zum Glück kann man heute wählen. Es ist an sich keine überraschende Erkenntnis, dass sich Dinge ändern, auch ohne, dass man selbst etwas geändert hat. Aber man muss eben damit umgehen.

Zu den Dingen – das Wort ist hier unangemessen! –, die sich nie ändern, gehört nach unserer Vorstellung ja gemeinhin Gott. Er ist der Ewige, der nie begonnen, der immer war, ewig ist und waltet, sein wird immerdar, so singt man es im „Heilig“ von Schubert. Mal abgesehen von der Frage, ob das eigentlich so stimmt, ob also dieses irgendwie schwebende und von allem losgelöste Wesen der Gott Jesu ist, fasziniert doch der Grundgedanke. Denn wenn dieser Gott ewig ist, dann kennt er unsereins nicht nur als Kind, sondern auch schon als Greis. Und dann weiß er bereits, welche Irrwege man gehen wird und wie die Sache ausgeht. Die Vorstellung, dass man sein Leben unter den Augen Gottes lebt, ist jetzt möglicherweise nicht durchgehend angenehm, aber wenn wir Gott als den Gott Jesu verstehen, dann gibt es keinen Grund, sich zu verstecken oder mutlos zu sein.

Ja, die Dinge ändern sich, die alten Rezepte funktionieren nicht mehr. Aber das ist kein Grund, das Backen resigniert und gänzlich aufzugeben.

 

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