Gemeinsam nach Antworten suchen

„Maria 2.0“ betet vorm Paderborner Dom für die Zukunft der Kirche

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Menschenkette und Gebet vor dem Dom für die Zukunft der Kirche. „Wir wollen nicht spalten oder ausgrenzen, wir wollen nicht sagen, wie es geht oder anderen das Katholischsein absprechen“, sagte Magdalena Schlüter, eine der Initiatorinnen, in ihrer Begrüßung. Foto: Auffenberg
veröffentlicht am 10.10.2019
Lesezeit: ungefähr 3 Minuten

Paderborn (-berg). Mit einer Menschenkette vor dem Paderborner Dom haben sich rund 150 Frauen und Männer an der zweiten Aktionswoche der Initiative „Maria 2.0“ beteiligt. Zuvor hatte es ein Abendgebet vor dem Haupteingang der Kathedrale, dem Paradiesportal, gegeben. Zu den Teilnehmenden gehörten vor allem engagierte Ehrenamtliche und hauptberufliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Kirche.

In ihrer Begrüßung sagte Magdalena Schlüter, eine der Initiatorinnen: „Wir hoffen, dass Gott uns hört.“ Es sei wichtig, gemeinsam in der Kirche nach Antworten zu suchen. „Wir wollen nicht spalten oder ausgrenzen, wir wollen nicht sagen, wie es geht oder anderen das Katholischsein absprechen“, aber man wolle sich auch von anderen nicht das Katholischsein absprechen lassen, „schon gar nicht von Männern in Rom, die ihren Status als Kardinal für Polemik nutzen“. Frauen und Männer hätten verschiedene Begabungen, die der Frauen dürften nicht auf Jungfräulichkeit oder Mutterschaft verengt werden. „Dies möchten wir leben, da­rum wollen wir beten.“
Im anschließenden Gebet hieß es unter anderem: „Wir brauchen Vertrauen darauf, dass durch neue Wege mehr Gutes geschaffen wird, als wenn alles so bleibt, wie es ist.“

Nach dem Gebet stellten sich die Anwesenden zu einer rund 130 Meter langen Menschenkette auf, die vom Paradiesportal bis zum Eingang des Erzbischöflichen Generalvikariates reichte. Den Dom ganz zu umrunden, wäre auch aufgrund einer Baustelle nicht möglich gewesen.
Zu den Betern vorm Para­dies­portal gehörten auch Weihbischof Hubert Berenbrinker und Dompropst Joachim Göbel. Für ihn sei es eine Pflicht gewesen, dabei zu sein, sagte Göbel im Anschluss, schließlich sei er für den Dom verantwortlich. Überrascht zeigte er sich über die hohe Zahl der Anwesenden und da­rüber, dass Leute zum Teil von weither gekommen seien, um sich zu beteiligen.
Ohne sich konkret zu den Zielen von „Maria 2.0“ zu äußern, begrüßte er es, dass die Initiatorinnen den Dom in ihre Mitte genommen hätten. Dies zeige ihm, dass es bei der Aktion zwar um eine andere, aber nicht im Sinne einer zweiten Kirche gehe. Er teile die Ansicht, dass ernsthaft Wege gesucht werden müssten, Frauen in Positionen zu bringen, „die entscheidend sind“, dennoch befürchte er, dass die Erwartungen zu hoch seien und „das Ganze aus dem Ruder läuft“.

Ein paar Tage zuvor hatte es in der Paderborner Innenstadt bereits ein gemeinsames Abend­gebet für die Erneuerung der Kirche gegeben, das die lokale Initiative „Maria 2.0“ und der kfd-Diözesanverband gestaltet hatten. In den beiden Gruppen geht es aktuell um eine geschlechtergerechte Kirche. Ein konkreter Auslöser war die Veröffentlichung der sogenannten MHG-Studie, die die deutschen Bischöfe in Auftrag gegeben hatten, um den jahrzehntelangen sexuellen Missbrauch durch Priester untersuchen zu lassen.

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