Religion ist gut für die Psyche

Dr. Peter W. Nyhuis referierte zum Thema „Früher Seelsorge – heute Psychotherapie?!“

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Foto: Andreas Hermsdorf / pixelio Unten: Der Chefarzt und Ärztliche Direktor des Marienhospitals Eickel, Dr. Peter W. Nyhuis, gab den inhaltlichen Impuls auf dem ökumenischen Pfarrkonvent von Dekanat Emschertal und Kirchenkreis Herne. Foto: Arnd Röbbelen/Ev. KK Herne
veröffentlicht am 14.03.2019
Lesezeit: ungefähr 2 Minuten

Wanne-Eickel (AR/emp). Der ökumenische Pfarrkonvent des Dekanates Emschertal und des Kirchenkreises Herne zu Beginn eines Jahres hat inzwischen Tradition. Im Mittelpunkt stehen Gespräch und Austausch. Diesmal fand die Veranstaltung im Marienhospital in Eickel statt. Nach der Andacht mit Pfarrer Ludger Plümpe stand die Entwicklung in den Gemeinden zur Diskussion. Als Gastreferent setzte der Chefarzt und Ärztliche Direktor des psychiatrischen Krankenhauses, Dr. Peter W. Nyhuis, unter dem Leitwort „Früher Seelsorge – heute Psychotherapie?!“ die tragenden Impulse.

Der Chefarzt und Ärztliche Direktor des Marienhospitals Eickel, Dr. Peter W. Nyhuis, gab den inhaltlichen Impuls auf dem ökumenischen Pfarrkonvent von Dekanat Emschertal und Kirchenkreis Herne. Foto: Arnd Röbbelen/Ev. KK Herne„Die Klinik wird voller, die Beichtstühle leerer“, stellte Pfarrer Ludger Plümpe in seiner Begrüßungsrede fest. Es sei tatsächlich so, dass die Patientenzahlen deutlich gestiegen seien, bestätigte Dr. Peter W. Nyhuis. Im vergangenen Jahr habe das Krankenhaus fast 3 000 Patienten stationär behandelt. Hinzu kämen noch die Patienten in der Rehaklinik sowie in der Tagesklinik und ambulanter Pflege.

Bundesweit ist das Marienhospital Eickel das einzige psychiatrische Krankenhaus, das keine geschlossene Abteilung hat, was aber keine Gefährdung durch oder für die Patienten zur Folge habe. „Wir hatten in den letzten zwölf Jahren fünf Suizidfälle“, so der leitende Direktor. „Jeder ist einer zu viel, aber die Durchschnittszahl ist deutlich höher.“

Zu Beginn seines Vortrages warf Nyhuis einen Blick in die Geschichte der psychiatrischen Stationen. Die ersten wurden von Mönchsorden gegründet, hieß es. „Die Seelsorge hat auch in unserem Haus eine große Bedeutung, denn in Seelsorge- oder Beichtgesprächen sind Patienten oft eher bereit, eigene Wahrnehmungs- oder Verhaltensweisen zu hinterfragen.“ Zudem wirke sich Religiosität auf die psychische Gesundheit positiv aus.

Auffallend sei aber auch in Seelsorgegesprächen, dass die Verantwortung für eigene Lebenskrisen oft bei anderen gesucht werde, berichtete einer der teilnehmenden Pfarrer. „Wie ein notwendiger Perspektivwechsel hin zu eigenen Anteilen und Ressourcen erreicht werden kann, dafür gibt es leider kein Patentrezept“, antwortete Nyhuis. „Aber da­rum geht es in Seelsorge­gesprächen ebenso wie in einer Psychotherapie.“

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