In höchster Not

Seenotretter Martin Kolek berichtete beim SKM in Bielefeld von seinen Erlebnissen

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Gerettete Flüchtlinge auf der Sea-Watch II: Die Männer sitzen getrennt von den Frauen und Kindern. Foto: Martin Kolek
veröffentlicht am 31.01.2019
Lesezeit: ungefähr 2 Minuten

Bielefeld. „Die Rettung aus Seenot ist rechtliche und moralische Pflicht“, betonte Martin Kolek bei einem Vortrag beim SKM in Bielefeld. Kolek ist ehrenamtlich für Flüchtlinge im Einsatz – in der Seenot­rettung im Mittelmeer. 2016 fuhr er als Erster Offizier auf dem Schiff „Sea-Watch 2“ und 2018 auf der „Sea-Watch 3“. Hauptberuflich kümmert er sich als Traumatherapeut beim Caritasverband Paderborn um junge Flüchtlinge.

Der „SKM – Katholischer Verein für soziale Dienste in Bielefeld“ hatte Martin Kolek als Referenten zu seinem „Drei-­Königs-Treffen“ eingeladen. Vor Mitarbeitern, ehrenamtlichen Mitgliedern des Vereins und ehrenamtlichen Flüchtlingshelfern aus dem Caritasverband Bielefeld sprach er über seine Erfahrungen und Erlebnisse. Behutsam führte er die Zuhörenden in diese nicht einfache Thematik ein, zumal sie oft mit dem Tod endet. Die Not der Geflüchteten, die sich trotz der drohenden Gefahren auf den Weg über das Mittelmeer machen, sei unübersehbar, sagte Kolek. 2018 sind trotz der Anstrengungen der Helfenden mehr als 1 500 Menschen im Mittelmeer ertrunken, Tausende in den Jahren davor. Wie es sich anfühlt, einen ertrunkenen Säugling in den Armen zu halten und wie man mit dieser Belastung umgeht, schilderte Kolek den Besuchern in Bielefeld. „Ich werde die Kinder, Mohammed Liban und Maryan Hassan, nicht einfach als Pechvögel an die Geschichtsschreibung abgeben. Mir war nach Schreien – ich wusste nicht, wohin mit uns beiden“, beschreibt er jene Minuten.

Und die europäische Politik verhält sich passiv und verhindert sichere Häfen. Aktuell konnte man dies bei der „Sea-Watch 3“ und dem Schiff „Professor Albrecht Penck“ der Organisation Sea-Eye vor Malta erleben. Zwar seien nach massivem Druck der Öffentlichkeit die 39 aus Seenot geretteten Menschen endlich an Land gelassen worden, indem diese auf See übergeben wurden. Den Schiffen und Crews wurde ein Anlegen in Malta aber zunächst weiter untersagt. „Ein beeindruckender Vortrag“, resümierte Heinz Volke vom SKM. „Er ließ nachdenkliche aber auch erboste, bestürzte und trotzige Besucher zurück.“

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