Haushaltsvorstand

Geistlicher Glaubensimpuls

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Hanna war eine Frau von 84 Jahren, so könnte sie heute vielleicht aussehen. Foto: oli_ok / photocase
veröffentlicht am 23.01.2019
Lesezeit: ungefähr 2 Minuten

in eher selten genutztes Wort tauchte neulich aus den Weiten des deutschen Wortschatzes auf: Haushaltsvorstand.

von Claudia Auffenberg

ELaut Wikipedia ist das ein Begriff aus der Verwaltung und meint das „Mitglied des Privathaushalts, das den größten finanziellen Beitrag zum Haushaltseinkommen leistet. In neueren Quellen ist der gleichbedeutende Begriff ,Haupteinkommensbezieher‘ gebräuchlich.“ Der Begriff, so heißt es weiter, sei in einer Zeit entstanden, als „die traditionelle Rollenverteilung noch die Regel war“, also der Ehemann und Vater das Oberhaupt der Familie.

In den vergangenen Wochen haben alle katholischen Haushalte im Erzbistum einen Brief des Erzbischofs bekommen. (Der Dom berichtete.) Nun tippt natürlich heutzutage niemand mehr einzeln die ­Adressen auf solche Briefe, das macht eine Maschine, die aber gesagt bekommen muss, an wen sie adressieren soll. Und da habe man sich „aus logistischen Gründen“ für eben jene Kategorie „Haushaltsvorstand“ entschieden. Das führte dazu, dass die Briefe nicht an Familie Max Mustermann, sondern an Herrn Max Mustermann adressiert waren. Dies solle keine Bevorzugung der Ehemänner sein, erklärte das Generalvikariat den erbosten Ehefrauen, sondern der Brief richte sich ausdrücklich an alle katholischen Christinnen und Christen.

Dass Frauen übersehen oder kleingeschrieben werden, ist eine ungute Tradition in der Kirche, schon von Anfang an. Am 2. Februar, am Hochfest Darstellung des Herrn, kann man es wieder erleben. Da wird das Evangelium verkündet, in der Maria und Josef den kleinen Jesus in den Tempel bringen und zwei Menschen begegnen. Es ist ein langes Evangelium, daher gibt es eine Kurzfassung, in der die zweite Person, Hanna nämlich, wegfällt. Wenn der ganze Text gelesen wird, erfährt man zwar, dass Hanna über dieses Kind gesprochen hat, doch was sie gesagt hat, bleibt unerwähnt. Zitiert wird nur Simeon. Hanna erscheint wie eine Randfigur, doch was wir über sie erfahren, zeigt: Sie ist mindestens nicht weniger bedeutend als Simeon. Hanna wird als Prophetin vorgestellt, ihre Familie wird genannt und sie ist die erste Person, die öffentlich (!) über Jesus spricht. Das Katholische Bibelwerk bezeichnet sie deswegen als die „erste Missionarin der Kirche“. – Darauf sei an dieser Stelle sehr gern hingewiesen.

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