Unbegreiflich … oder?

Geistlicher Glaubensimpuls

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Foto: fsHH / pixabay
veröffentlicht am 11.01.2018
Lesezeit: ungefähr 2 Minuten

In den Tagen nach dem Jahreswechsel und auch schon davor gab es Berichte über Angriffe auf Polizisten, Sanitäter und Feuerwehrleute. Dass man sich über einen Polizisten ärgert – nicht, dass man ihn attackiert! – kann man vielleicht noch nachvollziehen, aber warum Sanitäter und Feuerwehrleute angegangen werden, ist unbegreiflich.

von Claudia Auffenberg

Aber möglicherweise lohnt es doch, mal innezuhalten. Geht es vielleicht um etwas anderes? Ist das Problem vielleicht gar nicht der Sanitäter, sondern die mangelnde Konfliktfähigkeit des Prügelnden, seine mangelnde Empathie mit den Verletzten? Oder auch der ungezügelte Drang nach Wichtigsein, gern auf Kosten hilfloser Menschen? Könnte das Problem also mangelnde Herzensbildung sein, um es mal etwas prosaisch auszudrücken?

Ein bisschen kennt man es doch selbst: Wenn es einem nicht gut geht, weil man durch irgendwas ins Schlingern geraten ist oder einem etwas auf der Seele liegt, dann sind morgens im Berufsverkehr nur Idioten unterwegs, die man verbal „so klein mit Hut“ macht. Wut und Angst rauben einem die Gelassenheit. Wer das Leben als Kampf erlebt, der kann ja gar nicht anders als zu kämpfen, wenn er leben will.

In der Jugendsozialarbeit, also dort, wo sich Menschen um junge Leute kümmern, die es schwerer haben im Leben als andere, hat mal jemand formuliert: Was der Bildungsminister spart, das zahlt der Justizminister später doppelt. Bildung heißt nach katholischem Verständnis nicht, den Menschen mit Wissen vollzustopfen, sondern ihn neugierig auf das Leben zu machen. Einen Menschen zu bilden heißt, ihn zu lieben oder etwas weniger süßlich formuliert: ihn wohlwollend anzuschauen, und das wiederum heißt, zu erkennen, was er ist: Ebenbild Gottes. Es mag nun hemmungslos romantisch sein, aber es ist noch nicht so lange her, dass „Der kleine Lord“ im Fernsehen lief, daher sei die Träumerei erlaubt: Was würde wohl passieren, wenn sich einer einen aus dem prügelnden Mob fischte, ihn beiseite nähme und ihm sagte: Wusstest du es schon, du bist Gottes geliebtes Kind.

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