Vaterunser im Gespräch

Ein Kommentar von Matthias Nückel

telefon
Draht nach oben. Foto: busdriverjens / photocase
veröffentlicht am 13.12.2017
Lesezeit: ungefähr 2 Minuten

Papst Franziskus hat wieder einen Stein ins Wasser geworfen – und dieser sorgt jetzt für einen großen Wellenschlag.

In einem Interview des katholischen italienischen Fernsehsenders „TV2000“ hatte der Papst geäußert, die letzte Bitte des Vaterunser – „führe uns nicht in Versuchung“ – sei „keine gute Übersetzung“. Schließlich sei es ja nicht Gott, der die Menschen in Versuchung führe, sondern der Satan.

Für den theologischen Laien ist diese Argumentation durchaus nachvollziehbar. Warum sollte Gott uns Menschen absichtlich Stolpersteine in den Weg legen, um dann mal zu schauen, ob wir der Versuchung erliegen? Das kann eigentlich nicht im Sinne des – die Menschen liebenden – Gottes sein.

Bei Theologen jedoch hat die Aussage des Papstes heftigen Widerspruch hervorgerufen. Sie verweisen darauf, dass es sich hier um die Worte Jesu handelt und die Bibel korrekt übersetzt wurde.

Die Diskussion beschränkt sich aber nicht nur auf einen inneren theologischen Zirkel. Zahlreiche Medien – von Tageszeitungen über Magazine bis zu Fernsehsendungen – griffen das Thema auf. Es wird in diesen vorweihnachtlichen Tagen über das Vaterunser und den Glauben diskutiert. Mit seiner provozierenden Aussage hat Papst Franziskus einen deutlichen Gegenakzent zum Kommerz der Adventszeit gesetzt. Endlich wird wieder einmal auf breiter Front über den Glauben gesprochen und nicht nur über die Frage, was man für Geschenke kaufen soll.

Ob Papst Franziskus dies beabsichtigt hat, ist nicht bekannt. Aber es ist ihm gelungen, eine großartige Debatte anzustoßen.

Weitere interessante Artikel auf DerDom.de
07.02.2023

 

 

 

 

Studie: In Nigeria gehen Katholiken am häufigsten zur Messe

In welchem Land ist der Gottesdienstbesuch unter Katholiken am höchsten? Eine Studie hat weltweit 36 Länder untersucht. Die Zahlen sind aus Sicht der Kirche wenig beruhigend.

weiterlesen
05.02.2023

 

 

 

 

Krieg in der Ukraine – „Echter Frieden braucht Gerechtigkeit“

Der Bischof von Odessa-­Simferopol, Stanislaw Schyrokoradiuk, äußerte sich in Paderborn über den Krieg in der Ukraine und die Solidarität der deutschen Katholiken.

weiterlesen
04.02.2023

 

 

 

 

Wozu sind Sie da, Johannes Wöstefeld?

Johannes Wöstefeld ist Elektroingenieur und Diplom-­Verwaltungswirt. Bis 2015 arbeitete er für das Arbeitsamt bzw. die Arbeitsagentur.

weiterlesen