Viele Sprichwörter entstammen der Bibel

In aller Munde

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Eine Erzieherin liest Kindergartenkindern aus der Bibel vor. Schon die Kleinsten können aus dem „Buch der Bücher“ viel lernen. Foto: KNA
veröffentlicht am 09.11.2017
Lesezeit: ungefähr 3 Minuten

Im November lädt der Katholische Medienverband (KM) zu einer THemenwoche ein. In diesem Jahr, in dem es zwei neue bzw. revidierte Bibelübersetzungen gegeben hat, steht also nun das Buch der Bücher im Mittelpunkt. Etliche Redensarten haben dort ihre Wurzeln.

„Das ist ein Buch mit sieben Siegeln“

Bedeutung: „Das verstehe ich überhaupt nicht!“

Biblischer Hintergrund:

Im letzten Buch der Bibel, der Offenbarung des Johannes, beschreibt der Autor eine Vision, in der „der, der auf dem Thron saß“ (Gott selbst) „dem Lamm“ (Jesus) eine mit sieben Siegeln verschlossene Buchrolle übergibt (Offb 5,1ff). Nur er allein ist würdig, sie zu öffnen. Als er die Siegel eins nach dem anderen bricht, setzt er den Untergang der Welt in Gang. Dieses machtvolle versiegelte Buch wurde zum Symbol für jedes Wissen, das jemandem, aus welchen Gründen auch immer, unzugänglich ist. Ein Aufbrechen der sprichwörtlichen Siegel vor diesem Wissen hat allerdings harmlosere Folgen als im biblischen Original.

„Mit Engelszungen reden“

Bedeutung: Jemanden sehr behutsam und mit sorgfältiger Wortwahl von etwas zu überzeugen versuchen.

Biblischer Hintergrund:

Im 1. Brief des Paulus an seine Gemeinde in Korinth finden wir das besonders bei Hochzeiten beliebte „Hohelied der Liebe“. Vers 13,1 lautet: „Wenn ich in den Sprachen der Menschen und Engel redete, hätte aber die Liebe nicht, wäre ich dröhnendes Erz oder eine lärmende Pauke.“

Den Engeln als Boten Gottes wird eine große Überzeugungskraft zugesprochen. Schließlich ist das, was sie zu sagen haben, das direkt überbrachte Wort Gottes. Diese Überzeugungskraft der Engel zu besitzen, wäre in vielen Situationen nicht schlecht, oder?

„Wie mit Blindheit geschlagen sein“ und „Im Dunkeln tappen“

Bedeutung: Obwohl man biologisch gesehen sehfähig ist, nimmt man manchmal bestimmte Dinge einfach nicht wahr, so als ob man auf irgendeine Weise sicht-blockiert wäre.

Dann kann es eben auch sein, dass man sich trotz heller Beleuchtung so verhält, als wäre es dunkel um einen, dass man einfach nichts sieht, kapiert, keine Ahnung hat.

Biblischer Hintergrund:

Im Buch Deuteronomium werden die Weisungen und Gesetze, die bereits in Exodus, Levitikus, Numeri aufgeschrieben wurden, für eine neue Zeit neu erzählt. Diese beiden Sprachbilder sind aus der Zusammenfassung dieser Gesetzesschrift entlehnt. Sie stammen aus dem Kapitel, das die negativen Folgen der Missachtung von Gottes Gesetz beschreibt. Wer Gottes Weisungen nicht achtet, der versetzt sich selbst in einen gottfernen Zustand, der lebensfeindlich ist. (Dtn 28,28f)

„Ich wasche meine Hände in Unschuld!“

Bedeutung: Für etwas nicht die Verantwortung übernehmen wollen, jede Schuld von sich weisen.

Biblischer Hintergrund:

Die bekannteste Bibelstelle zu diesem Sprichwort ist wohl Mt 27,25, wo Pontius Pilatus bei der Verurteilung Jesu seine Hände mit diesem Spruch wäscht, um jede Verantwortung für dessen Tod von sich zu weisen. Aber auch im Alten Testament kommt diese Redewendung vor, z.B. im Psalm 73,13. Es ist wohl eine alte jüdische Redewendung, die möglicherweise auf ein frühes Sühneritual zurückgeht.

och mehr Sprichwörter und weitere Infos zur Bibel finden Sie im Dom Nr. 45 vom 12. November 2017.

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