Die Bibel hinter Gittern

900 Bibelausgaben für die Gefängnisseelsorge im Erzbistum Paderborn

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Zwei Paletten voller Bibeln: 900 Exemplare der Heiligen Schrift werden für die Gefängnisseelsorge im Erzbistum zur Verfügung gestellt. Foto: pdp
veröffentlicht am 26.10.2017
Lesezeit: ungefähr 2 Minuten

Paderborn (pdp). Es ist für die meisten Menschen sicherlich ein ungewöhnliches Bild: 900 Bibeln auf zwei Paletten. Möglicherweise noch überraschender ist es, den Bestimmungsort der 900 Exemplare der Heiligen Schrift zu erfahren: Sie werden alle für die Gefängnisseelsorge im Erzbistum bereitgestellt, sodass Seelsorger in Bibelkreisen hinter Gittern mit ihnen arbeiten oder sie Inhaftierten überlassen können.

„Wir sind froh und dankbar, dass wir nicht allein durch die Person unserer Gefängnisseelsorger bei den Gefangenen präsent sein können, vielmehr den Inhaftierten nun auch das ‚Buch der Bücher‘ anbieten können“, sagt Stephan Lange. Als Leiter der Abteilung Gemeinde- und Erwachsenenpastoral im Erzbischöflichen Generalvikariat ist er auch für den Bereich der Kategorialseelsorge, damit die Seelsorge in den Justizvollzugsanstalten auf dem Gebiet des Erzbistums Paderborn, zuständig.

Die Seelsorge für Inhaftierte, deren Angehörige und die Bediensteten der Justizvollzugsanstalten gehöre zu den wesentlichen Elementen des seelsorglichen Handelns der Kirche, meint Dekan Wilhelm-­Friedrich Schulte. Der Priester ist der Diözesanbeauftragte des Erzbistums Paderborn für die Seelsorge in Justiz­anstalten und arbeitet selbst in der Justizvollzugsanstalt Bielefeld. Auf biblischer Grundlage sei es für den Dienst des Seelsorgers wesentlich und fundamental, „den Gefangenen die Entlassung zu verkünden“ (Lk 4,18). Das bedeute für die Häftlinge nicht, die Haftstrafe nicht verbüßen zu müssen, dass vielmehr die Zuwendung und Vergebung Gottes auch durch Gefängnisgitter nicht aufgehalten werde.

Die Botschaft der Bibel werde lebendig und menschlich erfahrbar insbesondere an den Rändern der Gesellschaft, führt Lange ausgehend von Aussagen von Papst Franziskus aus. Damit sei das Gefängnis auch ein konkreter pastoraler Ort und ein bedeutsames Feld der Seelsorge und Nähe zu den Menschen. Lange ist froh, dass insgesamt 14 Seelsorgerinnen und Seelsorger, davon sieben Priester und sieben Theologinnen und Theologen, diesen Dienst der Kirche leisten.

„Es ist gut, dass wir die Bibel auch zu den Menschen in den Gefängnissen bringen“, so Lange im Hinblick auf die 900 Exemplare der Heiligen Schrift. „Die Beschäftigung mit der Bibel kann insbesondere in Krisensituationen wie im Gefängnis helfen, den eigenen Weg zum Glauben zu finden“, so Dekan Schulte. „Uns Seelsorgern ist es ein großes Anliegen, die Sorgen und Nöte der Menschen ernst zu nehmen und sie zu begleiten.“ Das könne in den vertraulichen seelsorglichen Gesprächen sein, aber auch in Bibelgesprächskreisen, die hinter Gittern von den Seelsorgern angeboten werden.

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