Beziehungskisten

Geistlicher Glaubensimpuls

kopie_von_293336_web_r_k_b_by_stephanie_hofschlaeger_pixelio
Foto: Stephanie Hofschläger / pixelio
veröffentlicht am 16.06.2017
Lesezeit: ungefähr 2 Minuten

Neulich hat der Papst mal wieder etwas Schönes gesagt: „Jesus war immer auf dem Weg … Er hat sich nie an Strukturen gebunden, sondern immer an Beziehungen. Die Beziehungen sind das Wesentliche: Begegnung mit Gott und mit den Nächsten. Das sind die alten Kriterien der Kirche, und es sind auch die modernen!“ So hat es Radio Vatikan berichtet.

von Claudia Auffenberg

Nun wäre es sicher zu billig, Beziehungen und Strukturen gegeneinander auszuspielen. Wo Menschen miteinander zu tun haben, braucht es irgendwie verlässliche Strukturen. Sie stabilisieren und ermöglichen viel. Es ist eben einfacher, wenn man weiß, wer den Pfarrheimschlüssel verwaltet. Aber die Strukturen sind immer nachrangig und sie stehen im Dienst der Beziehungen. Kirchesein ist Beziehungsarbeit und die kann jeder ganz einfach leisten. Dazu braucht man kein Studium, keine Weihe und man muss nicht tagelang in irgendwelchen Bildungshäusern sitzen und Flipcharts vollschreiben. Im Evangelium von heute gibt Jesus einen klaren Auftrag: Heilt Kranke, weckt Tote auf, macht Aussätzige rein, treibt Dämonen aus!

Huch, wie soll das alles gehen? Nun, was hilft einem Kranken: Zuwendung, also: Beziehung anbieten. Was holt einen Menschen aus der Isolation? Zuwendung. Was befreit die Ausgestoßenen von ihrem Stigma? Zuwendung. Und was vertreibt dieses düstere Gefühl von Ausweglosigkeit? Zuwendung. Machen wir es konkret: Einen Menschen besuchen, der im Krankenhaus war und jetzt wieder zu Hause ist, das kann jeder ganz einfach tun. Wenn ein pastoraler Raum dies für sich als Aufgabe erkennt: Wunderbar! Darauf warten, dass auf der Tagesordnung des Pfarrgemeinderates ein Platz für dieses Thema frei wird und sich ein Ausschuss bildet, muss aber niemand.

Früher endete die Messe mit „Ite, missa est“, was zu deutsch heißt: Ihr seid gesendet. Heute sagen wir: „Gehet hin in Frieden“ – und für schläfrige Ohren klingt das vielleicht nach: „So, erledigt, jetzt macht es euch bequem.“ So ist es aber nicht gemeint.

Weitere interessante Artikel auf DerDom.de
27.01.2023

 

 

 

 

Erinnerung an den Holocaust

Am heutigen Freitag wird weltweit der Opfer des Nationalsozialismus gedacht. Die Katholische Nachrichten-Agentur (KNA) nennt wichtige Fakten und Daten zu diesem Tag.

weiterlesen
27.01.2023

 

 

 

 

Wozu sind Sie da, Hermann-­Josef Dregger?

Hermann-­Josef Dregger (58) ist gelernter Industriekaufmann. Er arbeitet beim „Katholischen Hospitalverbund Hellweg“ in der Buchhaltung.

weiterlesen
26.01.2023

 

 

 

 

Wider die Demokratie-Entleerung – Über Gewalt und Vorbeugung

Ein Gespräch mit dem Konfliktforscher Martin Winands über die Gewalt und wie man ihr vorbeugen kann.

weiterlesen