Möglichst viel Lebensqualität erhalten

„BoDO“-Projektpartner in Olsberg ziehen positive Bilanz

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Die schweren Einkäufe tragen – das ist nur ein Beispiel dafür, welche ehrenamtlichen Hilfsangebote in Olsberg über die geplante Internetplattform vermittelt werden können. Diese „Bürgerhilfe“ ist ein Ergebnis des „BoDO“-Projektes. Foto: Polzer
veröffentlicht am 24.02.2017
Lesezeit: ungefähr 3 Minuten

Olsberg. So lange wie möglich zu Hause wohnen – das ist der Wunsch vieler älterer Menschen. Doch in einer ländlichen Region kann das schwierig sein: Das Einfamilienhaus ist nicht barrierefrei, der Garten inzwischen viel zu groß. Der Bus fährt nur einmal pro Stunde vom Dorf in die Stadt, und dann müssen die Einkäufe noch von der Haltestelle nach Hause getragen werden. Wie kann unsere älter werdende Gesellschaft zukünftig gestaltet werden, damit den Menschen möglichst lange möglichst viel Lebensqualität erhalten bleibt? Mit dieser Frage beschäftigte sich in Olsberg das Projekt „BoDO“, das jetzt zu Ende ging.

„BoDO“ ist die Abkürzung für „Bedarfsorientierte Dienstleistungen Olsberg“. Das Projekt wurde vom Josefsheim Bigge initiiert. Als Partner waren die Stadt Olsberg, der Caritasverband Brilon, der Hochsauerlandkreis und das Gerontologische Institut der Technischen Universität Dortmund dabei. Knapp zwei Jahre lang erarbeiteten die Projektpartner Konzepte, mit denen der demografische Wandel in Olsberg aktiv gestaltet werden kann.

Als Kernthemen rückten dabei das altersgerechte Wohnen und die ehrenamtliche Unterstützung der Olsberger Bürger untereinander in den Fokus. „BoDO“ begann mit einer Befragung der älteren Olsberger und ihrer Angehörigen, die von der Universität Dort-mund entwickelt wurde. „Ältere Menschen, die noch keine Pflegestufe haben und keine Angehörigen, die in der Nähe leben und helfen können, haben den größten Unterstützungsbedarf“, fasst Kerstin Leiße, Projektleiterin im Josefsheim, die Ergebnisse zusammen. „Am häufigsten nachgefragt wurden gesellschaftliche Angebote vor Ort, Besuchsdienste und Begleitung im Alltag. Dabei können sich die Befragten gut vorstellen, auch ehrenamtliche Unterstützung in Anspruch zu nehmen.“

Nachdem Bigge, Helmeringhausen und Elleringhausen als Pilot-Orte identifiziert wurden, konnten die Themen dort in mehreren Workshops mit den Betroffenen diskutiert und vertieft werden. Dabei stand beim Thema Wohnen das Landesbüro Innovative Wohnformen NRW dem Projektteam beratend zur Seite. „Es zeigte sich, dass viele Menschen offen sind für alternative Wohnformen wie zum Beispiel Mehrgenerationen-­WGs“, sagt Kerstin Leiße. „Auch die Themen Barrierefreiheit und Wohnraumanpassung wurden ausführlich besprochen.“

Um das Thema ehrenamtliche Unterstützung in Olsberg über das Projekt hinaus weiterzuentwickeln und eine Plattform zu schaffen, über die Hilfesuchende und Helfer zueinander finden können, möchte das Josefsheim demnächst eine Internetseite entwickeln, die als Erstkontakt dienen soll. Bei der „Bürgerhilfe“ – so der Arbeitstitel – können zum Beispiel Schülerinnen und Schüler das Angebot zum nachmittäglichen Rasenmähen oder zur Begleitung beim Einkauf einstellen, und Menschen mit entsprechendem Hilfebedarf können es dort unkompliziert finden. Die „Bürgerhilfe“ soll das große Potenzial ehrenamtlichen Engagements bündeln und an einer zentralen Stelle verfügbar machen.

Die Stadt Olsberg und die Stiftung „Wir in Olsberg“ werden als Kooperationspartner dabei sein. So wertet auch Olsbergs Bürgermeister Wolfgang Fischer dieses Projektergebnis positiv: „Im gewohnten Umfeld alt zu werden, wünschen sich viele Menschen. Wenn das mithilfe von ‚BoDO‘ gelingen kann – auch mit vielfältiger ehrenamtlicher Unterstützung – dann haben wir viel erreicht. Die geplante Internetplattform, auf der die Vielzahl der Angebote gebündelt werden soll, wird dabei eine große Unterstützung für ältere Menschen und zugleich für die Koordination der Arbeit Ehrenamtlicher sein.“

Für die Programmierung und Umsetzung der Internetplattform möchte das Josefsheim auf Fördermittel aus dem LEADER-Programm zurückgreifen. Die lokale LEADER-­Aktionsgruppe (LAG) hat das Vorhaben bereits beschlossen. Nun muss im nächsten Schritt die Bezirksregierung Arnsberg über den Antrag entscheiden. Natürlich wird das Modell später auch auf andere Städte und Regionen übertragbar sein.

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