Bibel als „Seele der Pastoral“

„Lectio Divina“: Alte Form der Schriftlesung ist ein neuer Impulsgeber

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veröffentlicht am 10.02.2017
Lesezeit: ungefähr 3 Minuten

Erzbistum (-haus). Die Bibel lesen und ihre Aussagen in die heutige Zeit transportieren: Ein Redaktionsteam aus dem Erzbistum Paderborn hat in Kooperation mit dem Bibelwerk Stuttgart ein Heft erarbeitet, das ausgehend von Texten aus der Apostelgeschichte die Brücke in die Jetztzeit schlägt – bis zum Zukunftsbild des Erzbistums. Dies geschieht mithilfe der „Lectio Divina“, einer sehr alten Form der Schriftlesung, in deren Zentrum das betrachtende Lesen und Hören auf das Wort steht. „Eure Söhne und eure Töchter werden Propheten sein“, lautet das Motto des Projektes.

„Das Material in diesem Heft lässt sich neben der Einzellektüre sehr gut in der Bibelarbeit, im Religionsunterricht oder in Gremien einsetzen“, sagt Andreas Hölscher, Leiter der Abteilung Erwachsenen- und Familienbildung, und fügt hinzu: „Spezielles biblisches Wissen ist nicht erforderlich.“

Neben einer umfangreichen Einführung in die Apostelgeschichte über Autor, Programm und Aufbau mit einem Überblick über Handlungsorte, Personen und Ereignisse erhält der Leser eine ausführliche Einführung in die Leseform der „Lectio Divina“, die eine uralte Art und Weise ist, sich mit den Aussagen der Heiligen Schrift zu befassen. Der Ausdruck kommt aus dem Lateinischen und bedeutet wörtlich übersetzt „göttliche Lesung“. Gemeint ist eine geistliche Schriftlesung, bei der die Texte zu einer lebendigen Quelle der Gottes- und Christusbeziehung werden. Ein wichtiger Punkt, so Hölscher, sei in diesem Zusammenhang eine doppelte Fragerichtung: „Ich lese den Text – Der Text liest mich.“ Diese beiden „Leseschlüssel“ meinen zum einen die Betrachtung des Textes als reines Wahrnehmen und dann die Frage nach der Wirkung des Textes.

Der Weg der „Lectio Divina“ führt über mehrere Stufen: Lesen – Bedenken – Beten – In Stille vor Gott da sein – Anders leben. Im Heft wird das so beschrieben: „Die Lesenden werden vertraut mit dem Schrifttext und sind mit dem Wort unterwegs. Die Bibel wird so zu einer Freundin, mit der man regelmäßig Gespräche führt, die man betrachtet, die man um Rat fragt, die einen manchmal erstaunt oder über die man sich auch ärgert.“ Schritt für Schritt wird diese Art der Lektüre im Heft erörtert und sowohl für das Lesen in Gruppen als auch allein beschrieben. Sieben ausgewählte Texte aus der Apostelgeschichte und einen Text aus dem Lukasevangelium haben die Autoren zusammengestellt, denn beide Bücher sind von ein und demselben Autor verfasst. Zu allen Texten gibt es umfangreiche Hintergrundinformationen sowie die in Frageform formulierten Leseschlüssel.

Für Dr. Michael Bredeck, Leiter des Projektes Bistums­entwicklung, ist die „Lectio Divina“ ein Weg, „das zu hören, was der Herr uns in seinem Wort sagen will“. Für Bredeck gerade in der aktuellen Umbruchsituation Grundlage und Voraussetzung für die Umsetzung des Zukunftsbildes: „Ein solcher Prozess benötigt eine Vergewisserung im Gebet und eine ständige Reflexion im Lichte unserer biblischen Quellen.“

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