Modell alleinstehender Mann

Geistlicher Glaubensimpuls

kopie_von_408826_web_r_k_b_by_grace_winter_pixelio
Foto: Grace Winter / pixelio
veröffentlicht am 26.01.2017
Lesezeit: ungefähr 2 Minuten

Elf Priester aus dem Erzbistum Köln, die jetzt ihr goldenes Priesterjubiläum feiern, haben sich vor Kurzem mit einem Brief an die Öffentlichkeit gewandt. Zu ihnen gehört z. B. Willi Hoffsümmer, mit dessen Kurzgeschichten viele großgeworden sind.

von Claudia Auffenberg

In ihrem Brief beklagen die Elf die Probleme unserer Kirche: verpuffte Euphorie nach dem Konzil, dramatische Verduns­tung des Glaubens, unverständliche Sprache, Rolle der Frauen, Strukturen, Zölibat. Bei vielem möchte man, wenn auch inzwischen etwas ermüdet, applaudieren, doch beim letzten Punkt – Zölibat – wird man wach. Sie schreiben: „Schließlich bewegt uns die Erfahrung von Einsamkeit: Als alternde Ehelose bekommen wir sie – von Amtswegen damals auferlegt – jetzt nach 50 Dienstjahren manchmal deutlich zu spüren.“

Das ist eine nachvollziehbare Erfahrung, die aber den Zölibatären nicht exklusiv vorbehalten ist. Einsamkeit ist das große Drama unserer Zeit. Es gibt sie auch in Ehen und Familien bzw. trotz Ehepartner und Kindern. Und das „Modell alleinstehender Mann“, wie die Elf das nennen, ist in unseren Zeiten der Singlehaushalte und gescheiterten Beziehungen auch kein Modell, das nur katholische Weltpriester leben oder leben müssen. Auch Frauen sind einsam und nicht nur amtliche Ehelosigkeit, auch Krankheit und vor allem das Alter führen in die Einsamkeit.

Papst Benedikt hat das Wort geprägt: „Wer glaubt, ist nie allein“. Er meinte die Allgegenwart Gottes, die den Menschen nicht in die Einsamkeit fallen lässt. Das kann natürlich wie ein „Stell-dich-nicht-so-an“-Argument wirken, also eher wie ein nasser Lappen, aber wenn es der Ausgangspunkt einer Diskussion wäre, könnte es vielleicht Dinge verändern. Deswegen, Ihr da draußen auf den verschiedenen Ebenen der Kirche: Jetzt bitte keine schon tausendfach geführte Debatte um den Zölibat. Alle kennen alle Argumente zur Genüge. Lasst uns über Einsamkeit oder besser: über Beziehung reden. Vielleicht kann man sogar mit Paulus sagen: Es gibt nicht mehr Juden und Griechen, Sklaven und Freie, Singles und Paare, männlich und weiblich; denn ihr alle seid einer in Christus Jesus.

Weitere interessante Artikel auf DerDom.de
09.02.2023

 

 

 

 

Wo ist unsere diakonische Aufgabe? – Josef Lüttig im Interview

Über 30 Jahre stand Josef Lüttig im Dienst des Diözesan-­Caritasverbandes, zuletzt 14 Jahre als dessen Direktor. Im Januar wurde er in den Ruhestand verabschiedet, an seinem vorletzten Arbeitstag war er zu einem Interview in der Dom-­Redaktion.

weiterlesen
08.02.2023

 

 

 

 

Erinnern, bewahren, vermitteln – Friedensort Wewelsburg

Seit über 40 Jahren gibt es die Gedenkstätte Wewelsburg. Ebenso wie das Mahnmal auf dem ehemaligen Appellplatz des Konzentrationslagers ­Niederhagen, erinnert sie an das Leiden der KZ-­Häftlinge in der NS-­Zeit.

weiterlesen
07.02.2023

 

 

 

 

Studie: In Nigeria gehen Katholiken am häufigsten zur Messe

In welchem Land ist der Gottesdienstbesuch unter Katholiken am höchsten? Eine Studie hat weltweit 36 Länder untersucht. Die Zahlen sind aus Sicht der Kirche wenig beruhigend.

weiterlesen