Aus drei mach zwei

Fahrradwerkstatt braucht ausgemusterte Räder

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Kunden finden nicht nur ein gutes gebrauchtes Rad, sondern auch Beratung und Hilfe in der Fahrradwerkstatt. Foto: Flüter
veröffentlicht am 07.12.2016
Lesezeit: ungefähr 2 Minuten

Paderborn. Wer kein Geld für den Bus hat, ist auf ein Fahrrad angewiesen. Diese Erfahrung machen alle Flüchtlinge. In der MiCado-Fahrradwerkstatt erhalten sie ein günstiges, gebrauchtes Rad. Die ehrenamtlichen Mitarbeiter der Werkstatt freuen sich über jede Altrad-Spende.

„Aus drei mach zwei“: Das ist das Arbeitsprinzip der ehrenamtlichen Mitarbeiter der Fahrradwerkstatt. In ihrer Werkstatt – drei einfachen Kellerräumen im Flüchtlingswohnheim an der Rathenau­straße – stapelt sich der Zweiradschrott: Rahmen, Reifen, Zubehör. Eigentlich sind die Sachen nicht mehr zu gebrauchen, aber Michael Krüger, Wolfgang Mai und Dieter Gardner sind echte Frickler und Fahrradfahrer aus Prinzip. An dem einen Rad ist der Rahmen gut, am anderen der Sattel, am dritten die Lichtanlage: Insgesamt wird daraus in aufwendiger Arbeit ein neues, verkehrstüchtiges Rad.

2012 startete die Fahrradwerkstatt. Der Caritas-Migrationsdienst MiCado reagierte damit auf einen verbreiteten Notstand. Geflüchtete Menschen können das Ticket für den öffentlichen Nahverkehr auf Dauer nicht zahlen, auch wenn sie in weiter entfernten Stadtteilen wohnen und zum Sprachkurs oder bei Amtsbesuchen weite Wege zurücklegen müssen. In der Fahrradwerkstatt kommen sie für ein kleines Entgelt an ein Rad. Wenn mal ein Schaden auftritt, wird das Bike dort repariert. Mithilfe der Kunden bei der Reparatur ist gewünscht, deshalb heißt die Verkaufs- und Reparaturzeit jeden Dienstag auch „Offene Werkstatt“. Die Caritas will so die Eigeninitiative der neuen Mitbürger stärken.

Zurzeit sind die Lager leer. Im Frühjahr standen die Kunden dagegen Schlange. „Da waren alle Lagerräume mit Rädern überfüllt“, sagt Wolfgang Mai. Er und seine Kollegen schrauben in den kalten Monaten fleißig weiter und sorgen so für einen Vorrat für die nächste Saison. Den Nachschub an ausgemusterten Rädern erhalten sie vom Fundbüro der Stadt, das nicht abgeholte Drahtesel an MiCado weitergibt, oder von Privatleuten. „Wir freuen uns über jede Spende“, sagt Michael Krüger.

Kontakt

MiCado, 0 52 51/1 42 64-27; thomas.kemper@caritas-pb.de

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