Gold für bewegenden Musikclip

Caritasverband Olpe zeichnete innovative Ideen und Konzepte aus

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Der Innovationspreisträger in Gold: Menschen mit und ohne Behinderung, die gemeinsam ein Musikvideo aufnahmen.
veröffentlicht am 02.12.2016
Lesezeit: ungefähr 4 Minuten

Olpe (jon). Innovative Ideen und Konzepte hat der Cari­tasverband Olpe im Rahmen seines „CariTages“ ausgezeichnet. Gold und ein Preisgeld von 1 000 Euro gab es für das Musikprojekt „Hier gibt’s was auf die Ohren“, das der Pastorale Raum Lennestadt gemeinsam mit den Werthmann-Werkstätten in Lennestadt für Menschen mit und ohne Behinderung durchführte.

Silber ging an ein Team der Caritas-Station Lennestadt und Kirchhundem für einen neuen, bundesweit einmaligen Budgetrechner, der die Veränderungen durch das neue Pflegestärkungsgesetz II berechnen kann. Bronze ging an den Katholischen Sozialdienst (KSD) für die Ausstellung „Der Mensch am Rande ist unsere Mitte“.

Aus dem Siegerprojekt entstand ein gemeinsamer Song mit passendem Musikvideo, das von der Aktion Mensch gefördert wurde. Ziel war es, Inklusion musikalisch zu leben. Konkret hieß das: gemeinsam Musik machen, Spaß haben und Gemeinschaft erleben, Grenzen und Ängste überwinden. Der passende Song war schnell gefunden: „Ich bin ich“ von Glasperlenspiel. Die Teilnehmer trafen sich im Tonstudio Fux bei Bernd Klüser, um den Song einzuspielen und den Videoclip zu drehen. Gedreht wurde im Studio und in der Kirche St. Bartholomäus in Meggen. Anschließend wurden die Musikaufnahmen und das Videomaterial geschnitten und so ein bewegender Musikclip fertiggestellt. Unter dem Titel: „Ich bin Ich – Cover – Aktion Mensch im Fux-Tonstudio“ ist der Clip auf YouTube zu finden, wo er schon mehr als 10 000-mal aufgerufen wurde. Das Video endet mit dem Fazit: Musik steckt in uns allen. Unter tosendem Applaus nahmen Susanne Rüenauver von der Werthmann-Werkstatt Lennestadt, Uta und Lea Henrichs vom Pastoralverbund und einige Teilnehmer des Projektes ihren Preis entgegen.

Silber und ein Preisgeld von 750 Euro ging an ein Team bestehend aus Bastian Schoder (Controlling) und Marion Hegener als Pflegedienstleiterin der Caritas-Station Lennestadt und Kirchhundem sowie die Teamleitungen Birgit Heimes, Sandra Hans und Iris Kirchhoff, die im Zuge der Veränderungen durch das Pflegestärkungsgesetz II (PSG II) einen bundesweit einmaligen neuen Budgetrechner konzipiert haben. Dabei handelt es sich um ein selbst entwickeltes Excel-­Instrument, mit dem die Berater in der Pflege einem Interessenten seine Leistungsansprüche und verschiedene Möglichkeiten der Nutzung individuell aufzeigen können. Ein solches Hilfsmittel existiert bisher in Deutschland nicht oder ist zumindest nicht pu­bli­ziert worden. Der Budgetrechner entlastet Mitarbeiter in der Beratung und erleichtert die Nachvollziehbarkeit für Kunden.

Bronze und ein Preisgeld von 500 Euro ging an den Katholischen Sozialdienst (KSD), insbesondere an die ehrenamtlich tätige SkF-Vorsitzende Elisabeth Jostes, die mit Hobbykünstlern die Ausstellung „Der Mensch am Rande ist unsere Mitte“ gestaltet hat. Der KSD griff damit ein wichtiges Thema auf und rückte es in den Blick der Öffentlichkeit: Überall leben Menschen, die Unterstützung und Beratung in verschiedenen Lebenssituationen brauchen. Die Ausstellung und Berichterstattung darüber sorgte dafür, dass der Mensch am Rande mehr in den Mittelpunkt rückte. Verliehen wurde der Innovationspreis 2016 durch den Vorsitzenden des Caritasrates, Lothar Epe, den Vorsitzenden des Aufrichtsrates, Christoph Heuel, und Vorstand Christoph Becker.

Den Rahmen der Preisverleihung bildete der 11. CariTag für die haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeiter im Städtischen Gymnasium in Olpe. Das Motto: „Welten treffen aufeinander – Verändern muslimische Zuwanderer unsere Kultur?“ Dazu sprach vor rund 200 Besuchern Dr. Andreas Fisch, Referent für Wirtschaftsethik an der Kommende in Dortmund. Entgegen der Erwartungen befragter Personen gebe es in Deutschland aktuell nur rund vier Millionen Muslime. Geschätzt worden seien 10 bis 13 Millionen. Allein diese Fehleinschätzung zeige die Sensibilität des Themas, sagte Dr. Fisch und beklagte, dass teils alle Muslime über einen Kamm geschoren würden. Doch nicht jeder Muslim sei gleichzeitig Terrorist. Genauso wenig sei der Flüchtlingsstrom für Terroristen in Deutschland verantwortlich. Dr. Fisch beleuchtete das Thema Flüchtlinge auch aus christlicher Sicht: „Deutsch­land ist das einzige Land in Europa, dass bei diesem Thema mit Nächstenliebe und somit christlich gehandelt hat, als alle anderen Staaten sich abgewendet haben.“

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