Die ACA tritt wieder an

Karl Schiewerling wirbt auf dem Bezirkstag der KAB in Menden für Sozialwahlen 2017

kopie_von_48_27_kab2
Der Bundespolitiker und Kolpingbruder Karl Schiewerling (stehend) ist selbst Vertreter der Rentenkasse von Westfalen. Dort hatte er bis vor Kurzem das Amt des Vorsitzenden inne. Foto: Steinhofer
veröffentlicht am 25.11.2016
Lesezeit: ungefähr 3 Minuten

Menden. Das Gesundheitswesen kann komplett durch staatliche Hand organisiert werden – so wie in Skandinavien. In Deutschland ist es aus geschichtlichen Gründen anders gestaltet. Betroffene organisieren die Verwaltung ihrer Gesundheit selbst. Deshalb gab es vor Jahren noch fast 2 000 Krankenkassen. Heute sind es etwas mehr als 100. Und da nicht 50 Millionen Mitglieder einzeln mitregieren können, werden alle sechs Jahre Vertreter gewählt: von Seiten der Arbeitgeber und der Arbeitnehmer. Über die Hintergründe der bevorstehenden Wahlen 2017 berichtete das Mitglied des Bundestages, Karl Schiewerling, auf der Bezirksversammlung der KAB Hagen-Iserlohn-Menden-Witten.

von Meinolf Steinhofer

Der Arbeitsmarkt- und sozialpolitische Sprecher der CDU/CSU erklärte im Vortrag, dass auch in den Rentenkassen und den Berufsgenossenschaften 2017 Vertreter gewählt werden. Bei allen Institutionen stellt die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Arbeitnehmerorganisationen (ACA) Kandidaten. Zur ACA gehören Kolping, die Katholische Arbeitnehmer Bewegung (KAB) und der Bundesverband evangelischer Arbeitnehmerorganisationen. Die gewählten Vertreter haben in den Gremien die Entscheidungsfreiheit über den Haushalt und Personalfragen. Aus ihren Reihen werden Mitglieder für die Widerspruchsausschüsse bestimmt und bei der Rentenkasse die Rentenältesten. Diese werden geschult und beraten dann ehrenamtlich vor Ort bei Fragen zur Rente.

Gewählt wird per Brief. Entweder als Urwahl, bei der es mehr Kandidaten als offene Posten gibt oder als stumme „Friedenswahl“, bei der es genau so viele Kandidaten gibt, wie die zu besetzenden Ämter. Hier entfällt die Wahlhandlung. Diese letzte Form stößt immer mehr auf Unverständnis.

Aber auch der Einfluss der in der Urwahl gewählten Kandidaten ist eingeschränkt. Je mehr Geld der Staat gibt (zum Beispiel fließen von seiner Seite Milliarden in die Rentenversicherung), desto mehr will er mitbestimmen. Durch Gesetze und Regelungen. Dennoch: wenn bei einer Kasse mit 14 Milliarden Umsatz der Spielraum nur etwa ein Prozent beträgt, sind es immerhin noch 140 Millionen Euro, über die die Vertreterversammlung frei bestimmen kann.

Karl Schiewerling ist (seit 1986) gewählter Vertreter und war Vorsitzender der Vertreterversammlung bei der Rentenkasse von Westfalen. Hier legten die Gewählten Wert darauf, dass die nachträgliche Wiederherstellung der Arbeitskraft – zum Beispiel in der Reha – einen weiteren Schwerpunkt im Leistungskatalog erhielt: die Vorsorge.

Die größten Einflussmöglichkeiten sieht der langjährige Abgeordnete in den Berufsgenossenschaften. Hier „fließt kein Cent“ von Seiten des Staates. Beide Träger der Genossenschaften, die Arbeitgeber und die Arbeitnehmer, haben ein gemeinsames Interesse, die Reduzierung der Unfälle im Betrieb. Mit Erfolg, wenn man die Statistik der zurückliegenden Jahre betrachtet. Bei den Wahlen zur Vertreterversammlung holt hier die ACA bis zu 20 Prozent der Stimmen. So sieht der Politiker die katholischen Verbände Kolping, KAB und die evangelischen Arbeitnehmerorganisationen in der Verantwortung, für diese Wahl zu werben.

Am Nachmittag folgten nach dem Jahresbericht Wahlen. Aber für die Aufgaben im Vorstand, als Beisitzer oder als zweite/r Kassierer/-in, fanden sich keine Kandidaten/-innen. Unter TOP „Sonstiges“ wurde angeregt, eine zentrale Sammelstelle für die Altkleidersammlung zu suchen. Am Rande der Versammlung wurde bekannt, dass Ludwig Stratenschulte Anfang nächsten Jahres die Leitung der Heimvolkshochschule der KAB im Diözesanverband übernimmt. Er ist 30 Jahre alt und ausgebildeter Lehrer. Er hat Mathematik, Biologie, Germanistik und kath. Theologie studiert. Bisher war er am In­stitut für Kath. Theologie an der Uni in Dortmund tätig.

Weitere interessante Artikel auf DerDom.de
26.01.2023

 

 

 

 

Wider die Demokratie-Entleerung – Über Gewalt und Vorbeugung

Ein Gespräch mit dem Konfliktforscher Martin Winands über die Gewalt und wie man ihr vorbeugen kann.

weiterlesen
25.01.2023

 

 

 

 

Werler Ministranten – Beten in Blau

Grün an Wochentagen, Violett in der Fastenzeit und Rot an Feiertagen – so kennt man es aus dem Gottesdienst in der eigenen Gemeinde. Die Wallfahrtsbasilika in Werl setzt auf ein ­anderes Konzept und kleidet ihre Messdiener in einer eher selten zu sehenden Farbe.

weiterlesen
24.01.2023

 

 

 

 

Sternsinger: Kleine Menschen – große Wirkung

Rund 20.000 Kinder und Jugendliche nahmen im Erzbistum an der diesjährigen Sternsinger­aktion teil. In diesem Jahr wurde für alle Beteiligten wieder eine Dankesfeier im großen Stil ausgerichtet – mit Gottesdienst, Umzug durch die Innenstadt und Kinobesuch.

weiterlesen