Die Vergangenheit soll ermutigen

Schwestern der Christlichen Liebe: Die Geschichte leistet Orientierung für eine schwierige Zukunft

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Aus der Vergangenheit Hoffnung für die Zukunft ziehen (Foto v.l.): Generaloberin Schwester Maria des Rosario Castro, Dr. Michael Ernst vom Bonifatius-Verlag, Autorin Schwester Anna Schwanz und Provinzoberin Schwester Ancilla König (Foto: Flüter)
veröffentlicht am 17.11.2016
Lesezeit: ungefähr 2 Minuten

Paderborn. Im kommenden Jahr jährt sich der 200. Geburtstag der Ordensgründerin Pauline von Mallinckrodt. Auf das Jubiläumjahr stimmt ein neues Buch über die Geschichte der Kongregation der Schwestern der Christlichen Liebe ein. Die Verfasserin, Schwester Anna Schwanz, hat dafür die Chroniken der Kongregation seit 1881, dem Todesjahr Paulines, ausgewertet. Der historische Rückblick dient auch der Selbstvergewisserung. Heute befindet sich die Kongregation wie alle Ordensgemeinschaften in einer Existenzkrise, weil der Nachwuchs fehlt. Jetzt wurde bekannt, dass der Blindenschrift-Verlag Pauline von Mallinckrodt vermutlich Paderborn verlässt.

von Karl-Martin flüter

Die Zahlen verheißen nichts Gutes. In Deutschland gehört den Schwestern der Christlichen Liebe keine Novizin mehr an. 451 Schwestern zählt die Kongregation weltweit, davon 133 in Deutschland. In dem neuen Buch über die Geschichte der Kongregation steht, wie viele es noch vor wenigen Jahrzehnten waren. 1948 gehörten weltweit 2438 Schwestern der Gemeinschaft an, 689 allein in der deutschen Provinz.

„Wir ziehen Gewinn aus der Lektüre, Hoffnung und Vertrauen“, sagt die Provinzoberin Schwester Maria Ancilla König über die Veröffentlichung der Kongregationsgeschichte. „Auch wenn es offen ist, ob unsere Zeit hier vorbei sein könnte.“ Schon immer haben die Schwestern der Christlichen Liebe Krisen getrotzt. Das war 1881 so, als Pauline von Mallinckrodt starb. Damals litt die Ordensgemeinschaft unter staatlichen Gängeleien und Schikanen –Folgen des ausklingenden Kulturkampfes.

Die Lösung für die aktuelle Nachwuchskrise heißt: Schwerpunkte setzen, Aktivitäten konzentrieren. So sind aus den Ordensschulen „Schulen in Ordenstradition“ geworden. Die Schwestern zogen sich aus der Pflege zurück und konzentrierten sich auf die Krankenhausseelsorge. Die Zentrale der weltweit tätigen Kongregation, das Generalat, wechselt 2017 von Rom nach Paderborn. Das Haus Mallinckrodt wird für diesen Zweck bereits umgebaut. Dann wird das Paderborner Mutterhaus im 200. Geburtsjahr von Pauline von Mallinckrodt Mittelpunkt der weltweit tätigen Kongregation werden.

Die seelsorgerische Arbeit wird in Zukunft im Zentrum stehen. Die Schwestern sollen in der Öffentlichkeit für christliche Werte einstehen, sagt Provinzoberin Schwester Ancilla König, „gerade nach den politischen Diskussionen und Ereignissen der letzten Wochen und Monate“.

Sichtbar wird der Veränderungsprozess in der Kongregation, wenn der Blindenschrift-­Verlag Pauline von Mallinckrodt das Verlagsgebäude an der Andreasstraße 20 in Paderborn aufgibt. Dem noch von Pauline gegründeten Verlag droht eine Personalreduzierung von zwölf auf fünf Mitarbeiter sowie der Umzug nach Bonn. Die Schwestern der Christlichen Liebe sind mit dem Deutschen Katholischen Blindenwerk (DBKW) Gesellschafterinnen der gemeinnützigen GmbH.

Hier geht es zumBonifatius Verlag.

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