Die Welt der Bücher entdecken

Kindergarten St. Bartholomäus in Bielefeld-Senne darf sich jetzt „Literaturkita“ nennen

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Freuen sich über die Auszeichnung: Die kleinen Nachwuchsleser (vorn) sind genauso begeistert wie (v. l.) Leiterin Marianne Rüdel, Dorothee Stieber-Schöll vom Jugendhof Vlotho, die die Auszeichnung übergab, Merle Engelbart-Zeitz vom Fachbereich Pädagogik des Trägers der Einrichtung und Angelika Mikus, Leiterin der KÖB St. Bartholomäus. Foto: Wiedenhaus
veröffentlicht am 21.10.2016
Lesezeit: ungefähr 3 Minuten

Bielefeld-Senne. „Heute ist ja Freitag!“ Gerade noch hat David draußen im Sandkasten des Bartholomäus-Kindergartens in Bielefeld-Senne gespielt, doch Bagger und Schaufel sind mit einem Schlag vergessen: Schnell ins Haus, die Gummistiefel gegen Hausschuhe tauschen und Hände waschen. „Freitags können wir uns immer neue Bücher ausleihen“, erzählt der Vierjährige ganz aufgeregt, „das möchte ich nicht verpassen.“ Einige Kinder warten schon vor dem Büchertisch von Angelika Mikus im Eingangsbereich der Kita. David reiht sich in die Schlange ein, seinen Lese-Ausweis hat er griffbereit in der Hand. Immer wieder wandert sein Blick in Richtung der Bücherkisten, die Angelika Mikus von der KÖB der Gemeinde mitgebracht hat. „Da ist sicherlich auch etwas für mich dabei“, freut sich David.

von Andreas Wiedenhaus

Leseförderung spielt im katholischen Bartholomäus-Kindergarten in Bielefeld-Senne eine große Rolle. „Die Kinder mit Büchern vertraut zu machen und ihre Neugierde zu wecken, sehen wir als eine wichtige Aufgabe an“, beschreibt Leiterin Marianne Rüdel ein zentrales Ziel der Einrichtung, die von 87 Kindern besucht wird. Dass dies in vorbildlicher Weise gelingt, ist dem Kindergarten gerade von offizieller Seite bestätigt worden: Nach einem dreijährigen Prozess in mehreren Schritten darf die Tagesstätte jetzt die Auszeichnung „Literaturkita NRW“ tragen: Das Zertifikat und das entsprechende Schild mit einer kleinen Leseratte übergab Dorothee Stieber-­Schöll vom Bildungszentrum Jugendhof Vlotho des Landschaftsverbandes Westfalen-­Lippe.

Um die Auszeichnung zu erhalten, hatten die Erzieherinnen an mehreren Fortbildungen im Bereich Literaturpädagogik teilgenommen. Themen waren unter anderem das Vorlesen oder die Frage, wie man Inhalte am besten vorstellt, um das Interesse der Kinder zu wecken. Darüber hinaus musste nachgewiesen werden, wie die literaturpädagogische Arbeit im Konzept der Einrichtung verankert ist, wie mit Eltern zusammengearbeitet wird und nicht zuletzt, dass ein reichhaltiges Angebot etwa an Bilderbüchern verschiedener Machart vorhanden ist.

In einem weiteren Punkt, der Zusammenarbeit mit Büchereien, konnte der Kindergarten auf die bewährte Unterstützung von Angelika Mikus setzen: Seit zehn Jahren ist die ehrenamtliche Mitarbeiterin der katholischen öffentlichen Bücherei (KÖB) der Gemeinde St. Bartholomäus Senne jeden zweiten Freitag für eine Stunde mit einem Angebot an Büchern in der Kita zu Gast, wo sie immer schon sehnsüchtig von den Kindern erwartet wird. Schon Tradition ist es, dass die Kinder, die demnächst in die Schule kommen, in der KÖB der Gemeinde ihren „Bibliotheksführerschein“ machen. „Das kleine grüne Dokument hat bei den Kindern einen großen Stellenwert, ganz stolz bringen sie den Führerschein freitags immer mit, wenn sie etwas ausleihen möchten“, erzählt Angelika Mikus.

Für Marianne Rüdel und das gesamte Team der Kita ist die Zusammenarbeit mit der KÖB eine wichtige Unterstützung ihrer Arbeit, wenn es darum geht, Kinder mit altersgerechten Büchern und Geschichten in Kontakt zu bringen: „Frau Mikus hat neben Klassikern auch jedes Mal wieder interessante Neuerscheinungen dabei, sodass die Neugierde der Kinder immer wach gehalten wird.“

Auf diese Weise schaffe man es, ein Gegengewicht gegen die zunehmenden elektronischen Medien zu schaffen, das die Kinder wirklich zu schätzen wüssten, sind sich Marianne Rüdel und Angelika Mikus einig: „Sie genießen es genauso, wenn ihnen etwas vorgelesen wird, wie sie Spaß daran haben, Bücher selbst zu entdecken.“ Diese menschliche Nähe und Geborgenheit könne kein Computerspiel ersetzen.

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