Gottesdienst unter freiem Himmel

Im Sommer lädt die Hemmerder St.-Peter-und-Paul-Kirchengemeinde zur „Waldkirche“ ein.

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Der Einzug in die Waldkirche. Foto: Plamper
veröffentlicht am 01.07.2016
Lesezeit: ungefähr 3 Minuten

Unna-Hemmerde. Es ist ein herrlicher Sonntag im Frühsommer. E-Piano-Klang und Gesang erfüllen das Wäldchen gleich gegenüber der katholischen Kirche St. Peter und Paul. Zahlreiche Gläubige haben sich um den Altar dort in der Waldkirche versammelt.

Ein schmaler Weg führt vom Kirchplatz in das angrenzende Wäldchen hinein. Ein kurzes Stück weiter endet er dann auch schon auf einem kleinen Platz unter den hohen Bäumen. Dort ist sie – die „Waldkirche“ von Hemmerde. Links befindet sich ein mannshoher Turm mit zwei Glocken. Der Blick fällt auf den mit Kerzen geschmückten, steinernen Altar. Auf einem kleinen Gabentisch daneben stehen Brot und Wein für die Eucharistie bereit. Klappbänke ersetzen die Kirchenbänke. In einem großen Rund haben sich Senioren, Familien mit kleinen Kindern, Jugendliche und junge Erwachsene um den Altar versammelt. Auf dem E-Piano begleitet Organist Manfred Deisting die Messgesänge.

Pastor Matthias Bruders, Krankenhauspfarrer am Ka­tha­rinen-Hospital Unna und Pastor im Pastoralverbund Unna, zelebriert den Gottesdienst. „Ich bin der Meinung, dass Gottesdienste an vielen starken Orten stattfinden können, damit Menschen bewegt werden und in Bewegung kommen“, sagt der Seelsorger. „Wenn wir in der Eucharistie die ganze Schöpfung einbeziehen, dann können wir nach draußen gehen, um sie direkt zu spüren, zu erleben und wahrzunehmen. Wir brauchen im Familiengottesdienst keine braunen Tücher, die die Erde symbolisieren – wir können sie direkt in die Hand nehmen. Keine Sonne – noch so liebevoll aus Pappe gebastelt – kann die echte ersetzen, wenn sie durch das Blätterdach der Bäume fällt. Die spirituelle Aussage eines Ortes ist für jeden anders. Wichtig ist, dass wir uns von Gottes Wort ansprechen lassen, dass wir nicht nur darüber reden, sondern auch handeln. Gottesdienstorte sind Orte, die Menschen bewegen, an dem sie ein Gegenüber zu ihrem Leben finden. Das war schon zu der Zeit des Wanderpredigers Jesus von Nazareth so.“ Die Kirche bleibe aber auch in Zukunft der vorrangige Ort für Gottesdienste, so Bruders.

„In den Sommermonaten feiern wir bei gutem Wetter an jedem ersten Sonntag im Monat die heilige Messe hier in der Waldkirche“, erzählt Marlisa Kaiser. „Es ist ein besonderer Ort. Eine solche Waldkirche in dörflicher Umgebung gibt es nicht überall.“ Inzwischen kommen auch Besucher aus der Umgebung zu den Waldgottesdiensten. Pilger auf dem Weg nach Werl wie beispielsweise die Schüler des Dortmunder Mallinckrodt-­Gymnasiums halten für einen Zwischenstopp dort inne.

An diesem Sonntag ist das Ehepaar Barrenbrügge aus Unna-Massen wieder einmal zur Waldkirche gekommen. „Wenn hier eine heilige Messe gefeiert wird, dann planen wir unsere Radtouren so, dass wir dann daran teilnehmen können“, erklärt Margit Barrenbrügge. „Es ist einfach schön.“

Elisabeth Plamper

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