Ein Kreuzweg rund ums Dorf

14 neue Stationen in Menden-Lürbke wurden in Eigeninitiative errichtet

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Die Bilder in den Stationen wurden vom Bildhauer Herbert Holzheimer gestaltet. Foto: Nückel
veröffentlicht am 17.06.2016
Lesezeit: ungefähr 2 Minuten

Menden-Lürbke. Nach fünfjähriger Bauzeit ist es endlich so weit. Die 14 neuen Kreuzwegstationen in Menden-Lürbke werden am Sonntag, den 26. Juni, eingeweiht. Es gibt zwei Besonderheiten: Zum einen führt der Kreuz-weg einmal um das ganze Dorf, zum anderen wurden die Stationen von Bürgern in Eigenleistung errichtet.

Lürbke hat gerade 100 Einwohner. Es gibt weder eine Kneipe noch ein Lebensmittelgeschäft im Dorf. Aber es gibt eine engagierte Dorfgemeinschaft. Und diese schuf mit großem Engagement einen einzigartigen Kreuzweg.

„2010 hatten wir die erste Versammlung“, berichtet Josef Schulte von der Interessengemeinschaft Kreuzweg. „12 Familien erklärten sich sofort bereit, mitzumachen.“ Hinzu kamen die Schützenbruderschaft St. Hubertus Lürbke, die auch die Schirmherrschaft übernahm, und der Kirchenvorstand Lendringsen. Mitmachen, das bedeutete: Die Familien stellen ihr Grundstück für je eine Station zur Verfügung und übernehmen auch die Kosten. Tatkräftig unterstützt wurden sie von Maurern und Betonbauern der in der Kreishandwerkerschaft Iserlohn zusammengeschlossenen Betriebe.

Im Januar 2011 begannen die ersten Arbeiten. Gleich drei „Rohbauten“ konnten aufgestellt werden. In der Folge ging es mal schneller und mal langsamer voran. Denn die Lürbker richteten sich nach den zeitlichen Möglichkeiten der unterstützenden Betriebe.

Für die bildliche Darstellung der 14 Stationen hat sich die Interessengemeinschaft für eine Arbeit des Bildhauers Herbert Holzheimer aus Langenleiten bei Bad Kissingen entschieden. Er schuf 30 mal 40 Zentimeter große Tafeln, welche den Kreuzweg Jesu zeigen.

Bei der Gestaltung der Stationen hatten die Bürger viel Freiheit. Der Grundbau ist zwar überall gleich, doch über die Farbe und die Dachein-
deckung konnte jede Familie als Eigentümerin selbst entscheiden.

Für den Kreuzweg musste zuletzt noch eine Wiese im Industriegebiet Eilinger Kamp begehbar gemacht werden. Interessengemeinschaft und Schützen erledigten diese Aufgabe, sodass der etwa 3,5 Kilometer lange Weg nun bei jedem Wetter begangen werden kann.

Bisher hatte das Dorf Lürbke keinen Kreuzweg. In der Kirche, die Filialkirche von St. Josef in Lendringsen ist, gibt es zwölf Apostelkreuze, aber keine Darstellung des Leidens und Sterbens Christi. Diese „Lücke“ wurde nun – Dank des Einsatzes der Dorfgemeinschaft – geschlossen.

„Die Mitglieder der Interessengemeinschaft Kreuzweg Lürbke möchten mit der Errichtung des Kreuzweges ein Zeichen ihres Glaubens und ihrer Kultur setzen und auch ihre Verbundenheit und den Einklang mit ihrer Sauerländer Heimat zum Ausdruck bringen”, erläutert Josef Schulte. Nun freut sich das Dorf auf viele Menschen, die einzeln oder in Gruppen den Kreuzweg gehen. Der Mendener Kreuztracht will man aber keine Konkurrenz machen. „Am Karfreitag gibt es keinen organisierten Kreuzweg“, so Schulte.

Matthias Nückel

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