„Gottes Angesicht in der Welt“

Pfarrer Bernhard Middelanis und Ilka Breker lassen Zukunftsbild zu einem Gemälde werden

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Künstlerin Ilka Breker und Pfarrer Bernhard Middelanis vor dem „ZukunftsBILD“ in der Holzwickeder Liebfrauenkirche. Foto: Plamper
veröffentlicht am 20.05.2016
Lesezeit: ungefähr 4 Minuten

Holzwickede. „Berufung.Aufbruch.Zukunft“ – das sind Leitworte des Zukunftsbildes für das Erzbistum Paderborn. Das Logo dafür ist ein vielfarbiges Kreuz. Doch wie können die Aussagen des Zukunftsbildes noch ausdrucksstärker visualisiert werden? Eine beeindruckende Antwort auf diese Frage fanden der Unnaer Dekanatskatechet und Leiter des Pastoralverbunds Holzwickede-Opherdicke, Bernhard Middelanis, gemeinsam mit der Holzwickeder Künstlerin Ilka Breker.

Das Logo symbolisiert mit seinen Farben die Vielfältigkeit der Pastoralverbünde, Pfarreien und pastoralen Räume im Erzbistum Paderborn. In der Mitte, dort wo die beiden Balken des Kreuzes sich schneiden, hat Ilka Breker das Gesicht Jesu platziert – klassisch dargestellt. Und doch strahlt das Bildnis der Künstlerin noch mehr aus – es lädt zum Hinschauen ein und ermuntert zu einem Dialog.

Ilka Breker hat das Kreuz des Zukunftsbildes mit vier Bildfeldern kombiniert. Sie erzählen von der Verkündigung des Wortes Gottes, von der Verehrung des Leibes Christi und der Barmherzigkeit, die Menschen durch Menschen mit der Hilfe Gottes zuteilwird. Sie schuf ein „ZunkunftsBILD“, welches das Christsein mit all seinen Facetten und mit Verweisen auf die Bibel widerspiegelt.

„In den beiden oberen Bildteilen links und rechts ist mehr oder weniger direkt die Wirklichkeit der Messfeier dargestellt“, erläutert der Dekanatskatechet. „Links ist Papst Franziskus mit der Bibel auf dem Schoß zu sehen. Er ist umgeben von vielen Menschen.“ Wer genau hinschaut, entdeckt auch bekannte Selige und Heilige. „Die Lichtwolke um sie herum symbolisiert den Heiligen Geist, in dem die Bibel geschrieben wurde und in dem sie immer neu verstanden wird“, so Middelanis weiter. „Rechts sehen wir jemanden in priesterlichen Gewändern, der jedoch ganz hinter dem, was er trägt, zurücktritt.“ Man sehe sein Gesicht nicht, aber die Monstranz mit der  gebrochenen Hostie in der Mitte.

„Das Stichwort Eucharistie von Pfarrer Middelanis hat mich an die Fronleichnamsprozessionen erinnert“, sagt Ilka Breker. „Mir war es wichtig, zu zeigen, dass die Menschen daran teilhaben und sie nicht nur am Altar stattfindet.“ So flossen auch ihre eigenen Eindrücke und Erlebnisse bei Fronleichnamsprozessionen in diesen Bildteil ein. „Als ich den Auftrag von Bernhard Middelanis bekam, dieses Bild zu malen, war es eine große Herausforderung für mich.“ Aber je länger sie als bekennende Christin daran gearbeitet habe, desto mehr habe sie gefühlt, „dass der Glaube an den dreifaltigen Gott richtig ist und habe so auch ein Stück meiner Seele mit eingebracht.“

In den beiden unteren Bildteilen hat Breker Menschen in Situationen gemalt, die Not und Barmherzigkeit spüren lassen. Dazu passe Jesu Wort, das im Matthäusevangelium (Mt 25,40) nachzulesen sei: „Was ihr für einen meiner geringsten Brüder und Schwestern getan habt, das habt ihr mir getan“, so Middelanis und verweist auch auf die gesamte Bibelstelle Mt 25,31-46. Einige der dort erwähnten „Werke der Barmherzigkeit“ seien in dem Bild dargestellt wie beispielsweise „Hungernde speisen“, „Gefangene besuchen“ und „Kranke besuchen“.

Im Vordergrund des unteren linken Bildteils sind zwei Frauen dargestellt, die einander trösten. Rechts ist ein Boot zu sehen, aus dem Menschen aussteigen. Flüchtlinge kommen unter großen Gefahren über das Mittelmeer nach Europa. „Diese Szene im Gemälde ist ein sehr aktueller Bezug zur Gegenwart“, erklärt Middelanis.

Ein Bildteil in diesem Bildfeld liegt Pfarrer Bernhard Middelanis besonders am Herzen. Es ist die Szene mit der Krankenpflegerin und der Seniorin. Für ihn ist es ein Moment der Solidarität mit dem Alltag in den Pflegeheimen, in Krankenhäusern und in Privatwohnungen. „Mir war wichtig, dass diese Szene ins Bild kommt. Denn viele Menschen erreichen heute in unserem Land ein hohes Alter und sind oft auf Pflege angewiesen. Hier zeigt sich viel Menschlichkeit.“

Und dann gibt es noch besondere Elemente, die das „ZukunftsBILD“ von Holzwickede auf ihre Weise einzigartig machen. Wie im oberen Teil findet sich auch im unteren Teil ein bekanntes Gesicht. Es ist der gebürtige Opherdicker Pater Beda OFM, der im vergangenen Jahr verstarb.

Elisabeth Plamper

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