Viel älter als vermutet

Dorfkirche aus Blomberg stammt von 1118

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In der romanischen Dorfkirche von Blomberg-Donop befindet sich unter der Dachhaut aus Schiefer über dem Chor eines der ältesten im Verband erhaltenen Dachwerke im deutschsprachigen Raum. Foto: LWL/Barthold
veröffentlicht am 04.05.2016
Lesezeit: ungefähr 2 Minuten

Blomberg-Donop. Die ro­ma­nische Dorfkirche im Blomberger Ortsteil Donop im Kreis Lippe galt bisher schon als eine der ältesten Dorfkirchen in Lippe. Jetzt hat eine vom Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) durchgeführte bauhistorische Untersuchung ergeben, dass die aus Bruchsteinen gebaute Saalbau-Kirche in Teilen schon 1118 fertiggestellt war und damit wesentlich älter ist, als ihre früheste urkundliche Erwähnung aus dem 13. Jahrhundert. Demnächst kann sie also das 900-jährige Bestehen feiern.

Die Auswertung von Jahresringen der Bauhölzer zeigte, dass das Dach über dem Chor das älteste Bauteil ist: Es ist mit Holz verzimmert worden, dessen jüngstes im Sommer 1118 gefällt wurde. Nach Probenentnahmen vor Ort durch den LWL-Denkmalpfleger gelang dem Dendrochronologen Thomas Eißing diese Datierung in seinem Bamberger Labor.

„Aber nicht nur das Alter bringt die Fachwelt zum Staunen“, erklärt der LWL-Bauforscher Peter Barthold, „sondern auch die ungewöhnliche Konstruktion, die in vielen Details einzigartig ist.“ Der LWL-­Bauforscher bezieht sich auf ein bundesweites Treffen des Arbeitskreises Dachwerke, das im April in Soest stattfand. Hier sorgte der Blomberger Befund für Aufsehen. „Das nur auf den ersten Blick wegen der einfach verzimmerten Balken unscheinbar wirkende Chordachwerk ist durch die Verwendung naturkrummer, über das Gewölbe gespannter Hölzer bislang ohne bundesweiten Vergleich“, erklärte Barthold. „In dieser Form dokumentiert es in eindrucksvoller Weise den Übergang von Kirchenräumen, die zum Dach hin offen waren zu gewölbten Kirchenräumen.“ Aufgrund des überraschenden Befundes hat der LWL die kleine evangelische Kirche mit dem eingezogenen Chorquadrat als Denkmal des Monats ausgezeichnet.

Dass die Donoper Kirche in das Visier der Forschung geriet, ist indirekt das Verdienst des Bauforschers Burghard Lohrum. Er regte im Kreis der Fachkollegen an, sich bundesweit systematisch mit der Erforschung mittelalterlicher Dachwerke vor 1230 zu beschäftigen. Als Bearbeiter für Westfalen-Lippe konnte Barthold gewonnen werden. Nach Literatur- und Aktenrecherchen blieb eine überschaubare Anzahl von Kirchen übrig, die noch Dächer aus der Zeit vor 1230 tragen könnten. Eines der aufgesuchten Beispiele war das Dachwerk der Donoper Dorfkirche.

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