Der Jugend eine Chance geben

Produktionsschule hilft beim Start in das Berufsleben

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Diözesan-Caritasdirektor Josef Lüttig (Mitte) beim Besuch in der Produktionsschule. Foto: privat
veröffentlicht am 04.05.2016
Lesezeit: ungefähr 3 Minuten

Hagen. „Faire Arbeit – Jugend braucht Perspektive“, unter diesem Motto stand in diesem Jahr der Josefstag, der bundesweit auf die notwendige Integration junger Menschen in faire Arbeit aufmerksam machen will. Und genau dies ist auch der Leitgedanke der Produktionsschule in Hagen.

Die Produktionsschule „P.S.“ funktioniert wie eine kleine Firma, in der in unterschiedlichen Berufsfeldern Produkte hergestellt, Dienstleistungen angeboten und Aufträge akquiriert werden. Dadurch werden betriebsähnliche Strukturen geschaffen, in denen die Teilnehmenden ihre eigenen Ideen in die Arbeit mit einbringen und sich in den Arbeitsbereichen Maler/Lackierer, Garten- und Landschaftsbau sowie Küche und Hauswirtschaft erproben können. Begleitet werden die Jugend­lichen von Pädagogen und Ausbildern. Es erfolgt außerdem eine enge Zusammenarbeit mit dem Jobcenter Hagen.

Ziel ist es, benachteiligten jungen Erwachsenen über das praktische Arbeiten wieder den Zugang zu den Bildungs- und Ausbildungssystemen und damit die Teilhabe am Erwerbsleben zu eröffnen. Um dies zu erreichen, werden mit jedem Teilnehmenden individuelle Zielvereinbarungen getroffen. Diese können zum Beispiel das Herausfinden der eigenen Stärken und Interessen, das Sortieren und Bewältigen privater Schwierigkeiten oder die Berufsorientierung sein. Außerdem können Betriebspraktika absolviert werden. Jugendliche ohne Abschluss erhalten zudem die Möglichkeit, den Hauptschulabschluss nach Klasse 9 zu erwerben.

Kürzlich besuchte Josef Lüttig, Direktor des Caritasverbandes für das Erzbistum Paderborn, die Produktionsschule und arbeitete gleich mit. Gemeinsam mit Lisa (21) übertrug er eine technische Zeichnung auf die Wand. Dabei wurden Erinnerungen wach, denn bevor er seine Caritas-Laufbahn einschlug, lieb-
äugelte Lüttig mit dem Berufswunsch des technischen Zeichners, wie er berichtete.

Lisa wurde durch das Jobcenter auf die Produktionsschule aufmerksam und entschied sich, daran teilzunehmen. Zuvor war sie drei Jahre arbeitslos. Hin und wieder hat sie beim Call-Center gearbeitet. Lisa hatte 2012 mit ihrem Abitur angefangen und auch im selben Jahr aufgehört. Ihr Ziel ist es, eine Ausbildung im handwerklichen Bereich, gern in der Floristik, aufzunehmen. Sie besucht die Produktionsschule, um sich auf die Ausbildung vorzubereiten, ihre Chancen auf eine Ausbildung zu erhöhen und um nach dreijähriger Arbeitslosigkeit wieder eine geregelte Tagesstruktur zu haben.

Auch Bernadette Rupa, Vorstand der Caritas in Hagen, arbeitete gemeinsam mit Jennifer (19) und Beycan (17) in der Floristik der Produktionsschule. Jennifer möchte vor allem auch alltagsnützliche Fertigkeiten erlernen. Beruflich möchte sie später Elektronikerin werden. Beycan gliedert sich in der Regel dem Hauswirtschaftsteam zu. Im Rahmen der P.S. hat er ein Praktikum im Altersheim absolviert, welches ihm große Freude bereitet hat. Er möchte Sozialassistent werden.

Die Produktionsschule wird vom Ministerium für Arbeit, Integration und Soziales des Landes NRW sowie vom Jobcenter Hagen finanziert. Die gemeinsame Umsetzung erfolgt durch den Caritasverband Hagen e. V. sowie die ­Arbeit-Leben-Zukunft (ALZ) ­GmbH als Tochter der Diakonie Ennepe-Ruhr/Hagen.

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