„Zeichnen ist Zwiesprache“

Zeichnungen von Monika Bartholomé im Gotteslob

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Die Zeichnung von Monika Bartholomé, um die es in diesem Text geht, können wir aus urheberrechtlichen Gründen im Internet nicht zeigen. Sie finden Sie im Gotteslob auf Seite 125 oder in der Printausgabe des Dom auf S. 18.
veröffentlicht am 12.02.2016
Lesezeit: ungefähr 3 Minuten

Seit zwei Jahren ist das neue Gotteslob nun schon im Gebrauch. Die ersten Liednummern sind vertraut, „Großer Gott, wir loben dich“ hat jetzt Nr. 380, nicht mehr 257. Eine grundsätzliche Neuerung im Vergleich zum Gotteslob von 1975 ist die Aufnahme eines neuen Mediums: die Zeichnungen der Kölner Künstlerin Monika Bartholomé. Sie sollen an dieser Stelle während der Fastenzeit betrachtet werden.

Es gibt die große, opulente Kunst eines Michelangelo, vor der man staunend steht. Niemals käme man auf den Gedanken, man könne Derartiges selbst hervorbringen. Und es gibt die kleine, leise Kunst, die so arglos daherzukommen scheint, dass man im Moment etwas ratlos ist: Aha, das soll Kunst sein? Die Zeichnungen von Monika Bartholomé gehören eindeutig in die zweite Kategorie, jedenfalls sind sie nicht opulent, sondern ziemlich genau das Gegenteil. Doch wer immer meint, dies könne er auch, möge es einfach mal ausprobieren. Er wird merken: Das Zeichnen ist nicht einfach das Ergebnis einer Handbewegung. Es ist das Ergebnis eines Dialogs. Monika Bartholomé spricht von Kommunikation: „Das Zeichnen ist Zwiesprache, zwischen den Linien, zwischen dem Papiergrund und der Linie, zwischen dem, was entsteht … Die Zeichnung ist das Ergebnis dieses Austausches.“

Was genau Gegenstand der Zwiesprache war, weiß man nicht und auch die Zuordnung der Zeichnungen im Gotteslob helfen da nicht weiter. Denn sie sind nicht im Sinne einer Auftragsarbeit entstanden, dass bestimmte Lieder illustriert werden sollten. Somit sind die Zeichnungen ein eigenes Medium, ein eigenständiger Mittler. Und somit kommt der Betrachter selbst ins Spiel: Was sieht er? Was erkennt er? Welche Gedanken kommen ihm in den Sinn?

Das Foto zeigt die Titelseite des Psalmenkapitels. Zu sehen sind acht Linien, aber was erkennt man? Ist es ein aufgewehter Stapel Papier, eine Ziehharmonika oder ein Spielgerät, in das Kinder oben eine Kugel einlegen und dann ihren Lauf nach unten verfolgen? Geht die Bewegung der Linien nach unten oder nach oben? Öffnet sich etwas oder schließt sich da was?

Auf all diese Fragen gibt es keine richtige und keine falsche Antwort. Jeder erkennt, was er erkennt. Und jeder wird aufgrund der Position im Gotteslob Zusammenhänge herstellen, ohne die Zeichnung allzu sehr zu instrumentalisieren. Das sollte nicht geschehen, denn sie sind – wie erwähnt – keine Illustration des Nachfolgenden, sondern ein anderer Zugang zu dem, was auch das Nachfolgende mit seinen Mitteln, in diesem Fall dem Wort, eröffnen möchte. Das Nachfolgende sind hier die Psalmen, die zunächst keine Gebetsinstrumente sind, sondern poetisch formulierte Jahrtausende alte oder sollte man sagen: gültige Erfahrungen mit Gott. Und diese sind ziemlich vielfältig.Wie ist es bei Ihnen?

Claudia Auffenberg

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