Niemanden an den Rand drängen

Flucht, Migration und Integration waren die zentralen Themen beim Reinoldustag

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Zahlreiche Mitwirkende gestalteten den Reinoldustag, darunter Superintendent Ulf Schlüter,Propst Andreas Coersmeier, der stellvertretende Stadtdechant Michael Vogt und Oberbürgermeister Ullrich Sierau.
veröffentlicht am 05.02.2016
Lesezeit: ungefähr 2 Minuten

Dortmund (pdp). „Migration, Flucht und Integration sind die herausragenden Themen“, fasste Superintendent Ulf Schlüter beim Reinoldustag in der St. Reinoldi-Kirche die aktuellen Herausforderungen für Kirche und Gesellschaft zusammen. Diese standen im Mittelpunkt beim ökumenischen Stadtgottesdienst und Neujahrsempfang der Evangelischen und der Katholischen Kirche in Dortmund.

Unter dem Bibelwort „Zuverlässig zeigst du dich darin, wie du an den Schwestern und Brüdern handelst – zumal an den fremden“ (3 Johannes 5), gestalteten die stellvertretende Superintendentin Andrea Auras-Reiffen von der Evangelischen Kirche sowie der Stellvertretende Stadtdechant Michael Vogt von der Katholischen Kirche den Gottesdienst.

Beate Schmidt, die sich in der Übergangseinrichtung für Flüchtlinge „Am Ostpark“ ehrenamtlich engagiert, sprach über ihre Motivation: „Mir geht es gut, warum sollte ich nicht helfen. Die Freude der Kinder motiviert mich immer wieder neu.“ Ein junger Mann, der vor fünf Jahren aus Westafrika nach Dortmund kam, beschrieb, wie er mit viel ehrenamtlicher Unterstützung seinen Hauptschulabschluss machen und seine Ausbildung zum Krankenpfleger abschließen konnte.

Oberbürgermeister Ullrich Sierau betonte beim Empfang, dass es in Dortmund schon immer die Fähigkeit zur Inte-
gration gegeben habe. Hier kreuzten sich zwei historische Wege. „Wir sind eine Stadt, die davon lebt, dass Menschen zu uns kommen“, sagte Sierau.

Dass die Integration sehr vieler neu zugewanderter Menschen eine große Aufgabe sei, wurde aber ebenso benannt. Superintendent Ulf Schlüter wies darauf hin, bei allem Engagement für die Geflüchteten, auf jene Menschen zu achten, die bereits jetzt in prekären sozialen Verhältnissen leben müssten: „Niemand soll sich an den Rand gedrängt fühlen, die Neubürger nicht, aber auch nicht die Altbürger.“

Das sei auch wichtig, um weiterhin glaubwürdig dem Rechtspopulismus und dem Rechtsextremismus entgegen zu treten. Mit der Kampagne „Wir alle sind Dortmund“ hätten die Stadt und die Kirchen gemeinsam einen besonderen Akzent gesetzt.

Neben Hinweisen auf das kommende Reformationsjubiläum der evangelischen Kirche und zum „Jahr der Barmherzigkeit“ in der katholischen Kirche sprach Superintendent Schlüter einen Wandel in der Bestattungskultur an: „Den Verlust christlicher Traditionen im Umgang mit Verstorbenen sehen wir mit Sorge.“ Er sage das aber ohne Resignation, denn es gebe viele Bereiche, in denen die Gesellschaft weiter die religiösen Traditionen benötige, die von den Kirchen weiter gegeben würden.

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