Woran glaubst Du?

Geistlicher Glaubensimpuls

Foto: Rainer Sturm, pixelio

 

An diesem Sonntag beginnt in der ARD mal wieder eine Themenwoche, diese kreist um die Frage: „Woran glaubst Du?“ Es geht also um Religion – im weitesten Sinne.

von Claudia Auffenberg

Schon seit einigen Wochen kann man im Internet auf der Seite der ARD eine Galerie anschauen, in der Prominente die Frage für sich beantworten. Über 40 Promis sind es und erwartungsvoll klickt man nun einen nach dem anderen an, irgendwie von der stillen Hoffnung getrieben, dass da einer sozusagen „zu uns“ gehört.

Nun, die Ausbeute ist enttäuschend. Ja, es gibt ein paar, die sagen, dass sie an Gott glauben – aber es gibt auch ein paar, die betonen, dass sie nicht an Gott glauben. Der Schauspieler Rolf Becker, im Fernsehen zurzeit in der Serie „In aller Freundschaft“ als Otto Stein zu sehen, beginnt sein Statement mit der Erklärung, dass er an keinen Gott im Sinne irgendeiner Religion glaube, „weder an einen christlichen noch sonst einen“. Er glaube vielmehr daran, dass es „jenseits unserer Erkenntnis­möglichkeiten etwas gibt, das wir nur erahnen können, wo wir uns näher herantasten können“ und er spricht von der Schönheit als der Vorstellung einer möglichen Welt, „die wir nie erreichen können als Mensch, der wir uns nur annähern können“.

So ähnlich antworten viele der Promis. Sie glauben an die Liebe, an die Schönheit, an die Harmonie, daran, dass eine bessere Welt möglich ist … Kann man sagen, dass das alles gar nichts mit Gott zu tun hat? Wohl kaum. Und nach der ersten Enttäuschung macht sich eine gewisse Nachdenklichkeit breit: Alle Religionen haben ausformulierte Glaubensbekenntnisse. Könnte hier ein Problem liegen? Dass z. B. das Wort Gott zu einer Formel geworden ist, deren Inhalt nicht mehr klar ist? Dass also die einen das Wort benutzen, ohne genau zu wissen, was damit gemeint ist, und die anderen das Wort vermeiden, aber – auch ohne es zu wissen – in ihrer Sprache sehr wohl von Gott reden?

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