„Wir arbeiten mit Fehlern“

Stadtkirche startet Werbekampagne und neues Internetangebot: www.kirche-kann-richtig.de

Dortmund. „Glauhbe, Lieebe, Hoffnunk“ – dieser katholische Dreiklang ziert mehr als 55 Banner und Fahnen, die in ganz Dortmund aufgehängt werden. Die Stadtkirche möchte mit den Motiven für das „Katholisch sein“ werben. Vielleicht erst auf den zweiten Blick wird klar: Hier stimmt etwas nicht. Ein „H“, wo keines hingehört, ein „e“ zuviel, ein „K“ ersetzt bei Hoffnung das „G“. Doch die Fehler sind gewollt, betont Thomas Renneke, Geschäftsführer des Katholischen Stadtbüros. Denn „Kirche macht Fehler, keine Frage. Wir arbeiten mit Fehlern.“ Und das gilt auch für die neue Internetseite, die ebenfalls zur Kampagne gehört: www.kirche-kann-richtig.de

Mitglieder des Katholischen Stadtgremiums und Vertreter der Katholischen Stadtkirche starteten die Werbekampagne „kirche-kann-richtig.de“ zum Thema „Katholisch sein“. Foto: pdp

 

von Wolfgang Maas

Die Idee stammt aus dem Katholischen Stadtgremium, in dem die Laien aus den Pastoralverbünden vertreten sind. „Wir wollen nach draußen gehen, greifen die Fragen auf, die uns gestellt werden“, fasst Thomas Renneke die Motivation zusammen. Ganz bewusst habe man dann mit der Kreativagentur Lüning-Design aus Olfen einen Partner mit ins Boot geholt, der nicht im kirchlichen Kontext unterwegs ist.

Den Experten für Kommunikation stellten Vertreter des Stadtgremiums das Zukunftsbild für das Erzbistum Paderborn vor. Darin ist die Fehlerkultur aufgefallen, die Grundlage für die neue Werbekampagne wurde. Darauf deutet auch der Spruch „Auch wenn Dir etwas nicht richtig erscheint, verliere nie den Glauben an die Bedeutung des Wortes“ hin. Dieser Satz steht auf jedem Banner, jeder Postkarte. Darunter ist der Hinweis auf: www.kirche-kann-richtig.de zu lesen.

Hier kann ab sofort jeder seine Fragen loswerden. Mitarbeiter der Stadtkirche suchen dann im Kreis der Hauptamtlichen sowie der Laien nach den richtigen Ansprechpartnern. Diese antworten, auch wenn es ein paar Tage dauern kann.

„Wir wollen keinen oberflächlichen Schlagabtausch wie in anderen sozialen Netzwerken“, betont Geschäftsführer Renneke. Dafür soll jeder nicht nur erfahren, wer ihm geantwortet hat, sondern denjenigen auch im Bild sehen.

Für die Stadtkirche beginnt nun eine spannende Zeit. Wie wird die Seite angenommen? Welche Fragen kommen? Und gelingt es, Provokateure ausfindig zu machen? Auf jeden Fall dürfe es „keine Tabus geben, alles muss transparent sein“, bekräftigt Thomas Renneke.

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