Wann ist heute?

Geistlicher Glaubensimpuls

Mit 2016 geht ein Jahr zu Ende, von dem wahrscheinlich viele sagen, dass es kein gutes war. Brexit, Trump, Aleppo – und dann wurde auch noch mehr gestorben als sonst, gefühlt jedenfalls. Kann da noch was Gutes kommen, etwas wirklich Gutes, etwas, das dem Jahr einen halbwegs anständigen Abgang ermöglicht?

Foto: l vista/pixelio

 

Es kommt zumindest ein Evangelium, das nicht nur in der Kirche, sondern in diesen Tagen auch andernorts zu lesen und zu hören ist. Und darin gibt es diesen Satz: „Ich verkünde euch eine große Freude: Heute ist euch der Retter geboren.“ Das ist natürlich eine Botschaft, an die man nun nicht jede Sekunde seines Lebens glauben kann. Und meistens ausgerechnet dann nicht, wenn man diesen Glauben besonders nötig hätte, wenn man wirklich dringend Rettung braucht.

„Heute ist euch der Retter geboren.“ Wann ist das eigentlich genau? Heute hat kein Datum, heute ist immer, jetzt, gerade, heute eben. Heute ist der Tag, an dem dieser Text entsteht; heute ist der Tag, an dem der Korrektor die Fehler herausfischt; heute ist der Tag, an dem der Chefredakteur noch mal drüberschaut und heute ist der Tag, an dem Sie ihn lesen, aber das alles geschieht nicht an einem einzigen Tag. Es sind immer andere Tage.

Heute ist auch eine gewisse Zeitspanne, mindestens 24 Stunden, von denen man ja ungefähr 12 bis 14 Stunden wach ist. Ob es gelingen könnte, eine Sekunde jener Spanne Tag diese Botschaft zu glauben oder daran zu denken? Oder vielleicht Ausschau danach zu halten, ob es irgendetwas gibt, das dafür spricht? Wofür genau? Dafür, dass diese Welt trotz allem gerettet ist.

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